Edingen-Neckarhausen

Edingen Kälble-Hoheit Jessika II. „aus dem Herzen des Vereins“ tanzt bei der Prunksitzung am Samstag in der Elferratsgarde mit

„Die perfekte Prinzessin“

„Man kann mit ihr bestens repräsentieren, sie lacht gerne und ist redegewandt – die perfekte Prinzessin.“ Elferratspräsident Kevin Hockenberger ist voll des Lobes über die aktuelle Kälble-Hoheit Jessika II. „aus dem Herzen des Vereins“. Am Samstag 15. Februar, steht der Karnevalsgesellschaft Edinger Kälble (KEK) und ihrer Hoheit nun das furiose Heimspiel bevor. Mit der großen Narrensitzung zünden die Karnevalisten ein mehrstündiges Programm mit Tanz-, Bütten- und Musikbeiträgen. Seit 66 Jahren sorgen die Kälble-Karnevalisten für Frohsinn, eine närrische Zahl, die gefeiert werden muss.

Der Amtsantrag, der zur Jubiläumsprinzessin auserkorenen Jessika II. erfolgte gewissermaßen auf dem „kleinen Dienstweg“. „Meine Freundin Jessica Hockenberger, die Ehefrau des Elferratspräsidenten, hatte mich gefragt, ob ich in dieser Kampagne Kälble-Prinzessin werden wolle“, erzählt Jessika Schindler, wie die Hoheit mit bürgerlichem Namen heißt. Von dem royalen Job-Angebot sei sie zunächst völlig überrascht gewesen, deshalb habe sie erst einmal eine Nacht darüber schlafen und sich mit dem Gedanken vertraut machen wollen, räumt die 22-Jährige ein. „Aber da die Kälble für mich wie eine zweite Familie sind, habe ich nach kurzer Überlegung gerne zugesagt“, gesteht die begeisterte Fasnachterin.

Mit acht Jahren hat sie bei den Friedrichsfelder Schlabbdewel mit dem Tanzen angefangen. In Friedrichsfeld wohnt sie noch heute, aber getanzt wird zwischenzeitlich bei den Edinger Kälble. „Ich bin durch Freundinnen zu den Kälble-Tanzgarden gekommen und fühlte mich hier gleich gut aufgehoben“, erzählt die hübsche Brünette mit dem Gardemaß. Auch als Prinzessin lässt sie es sich nicht nehmen in der Elferratsgarde mitzutanzen. „Beim Schautanz bin ich dabei, wir symbolisieren Schachfiguren, ich bin als Läufer unterwegs“, verrät sie. Früher habe sie auch eine Zeit Handball gespielt, aber dann sei doch beim Tanzen hängengeblieben. Klar, dass Gardeministerin Sabine Mülbert stolz auf ihren Schützling ist, der nicht nur auf dem Tanzparkett eine gute Figur macht.

Vier Roben aus Tüll und Taft sitzen wie angegossen. Damit auch die Frisur sitzt, nimmt die Hoheit gern im Salon von Sabine Herrwerth Platz, die sich ehrenamtlich um die Haarpracht der Prinzessin kümmert. Mit dem royalen Glamour-Faktor versteht die Hoheit zu punkten. An fast jedem Wochenende ist der Kälble-Tross mit seiner Regentin auf Achse. „Das Prinzessinnen-Dasein macht mir richtig Spaß, man kommt rum, wird hofiert und lernt dabei die Repräsentanten der anderen Karnevalsvereine kennen“, erzählt sie.

Verständnisvoller Chef

Ihrem Traumprinzen ist sie bei der Gelegenheit allerdings noch nicht begegnet. Die attraktive Fastnachts-Lady ist nämlich noch solo unterwegs. Im „bürgerlichen Leben“ arbeitet Jessika Schindler im Baumarkt und kümmert sich dort um die Kunden an der Kasse. „Ich habe zum Glück einen verständnisvollen Chef, der auf mein Amt Rücksicht nimmt“, freut sich die Hoheit. In der heißen Phase der Fasnacht will sie sich Urlaub nehmen: „Damit ich diese tolle Zeit richtig genießen kann. Man ist schließlich nur einmal im Leben Prinzessin.“

Damit sie bei Kräften bleibt wird sie von Mutter Anneliese bekocht. Die stärkt ihrer Tochter aber nicht nur kulinarisch den Rücken. „Meine Eltern haben mit der Fasnacht zwar weniger am Hut als ich, aber sie unterstützen mich wo sie können“, bemerkt sie dankbar. Die Fasnachts-Lady mit den samtigen Rehaugen ist übrigens im Sternzeichen der Fische geboren. „Was man den Fische-Geborenen nachsagt trifft bei mir zu“, lässt sie wissen und bezeichnet sich als „ziemlich hilfsbereit, freundlich, fröhlich und sensibel“.

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