Edingen-Neckarhausen

Edingen Obst- und Gartenbauverein zeigt den Kindern Streuobstwiesen und lässt sie Saft pressen

Eimerweise Äpfel gesammelt

Archivartikel

Sie zählt zu den absoluten Hits im Ferienprogramm, die „Fahrt durch die Edinger Streuobstwiesen mit anschließendem Apfelsaftpressen.“ Zu dieser schon traditionellen Tour durch die Flur hatte der Obst- und Gartenbauverein Edingen eingeladen. Dessen Vorsitzender Helmut Koch holte die Kids am Treffpunkt Bahnhof mit dem Traktor ab. An Bord des „Narrenschiffs“ der Kälble-Karnevalisten tuckerte er mit der erwartungsfrohen Schar samt Helferteam durchs Gelände.

Der Anhänger, der auf dem „HelDen“-Hof von Helmut und Dennis Koch seinen Abstellplatz hat, diente den Obstbauern als willkommene „Ferienkutsche“. Dieses Mal ging es auf neuer Route durch die Gemarkung. Als Erstes macht man „Im Seelig“ einem jenseits der Autobahn gelegenen Gewann Station. „Das ist eine noch junge Streuobstwiese, die mit verschiedenen Baumarten angelegt wurde“, erklärte der Obst- und Gartenbau-Chef. Damit die Kinder bei den alten Obstsorten auf den Geschmack kamen, wurden Mirabellen und Zwetschgen vom Baum geholt.

Weiter ging die Traktor-Tour zu den Streuobstwiesen an der Mannheimer Straße. In den „Gänsäckern“ strömte die Schar mit Eimern aus, um Äpfel und Birnen einzusammeln. Schließlich wurde der „Rohstoff“ für die spätere Saftgewinnung benötigt. „Gucken Sie mal, ich habe schon einen ganzen Eimer voll gesammelt“, schleppte Hanna schwer an ihrem Sammelgut. Dass die Kinder unterwegs auch vielen „Schafsnasen“ begegneten, hatte weniger mit den wolligen Tieren, sondern vielmehr mit einer nach ihnen benannten Apfelsorte zu tun.

Aber nicht nur Muskelkraft, auch Köpfchen war gefragt. „Erkennst du den richtigen Baum“, hatte man ein Fragespiel überschrieben, bei dem die vorgegebenen Nummern den jeweiligen Bäumen zugeordnet werden mussten. Klar, dass der Apfel beim Apfelbaum nicht weit vom Stamm fällt und deshalb leicht zu bestimmen war. Nicht ganz so leicht hatten es die Kinder beispielsweise mit der Eberesche, die auch Vogelbeerbaum genannt wird.

Nächstes Ziel war der Koch’sche Aussiedlerhof. Dort wurde das gesammelte Kernobst in großen Wannen gewaschen, anschließend geschreddert und das Mus in die Presse eingefüllt. Der Saft floss nach getaner Arbeit nicht nur in die Becher, sondern auch in die mitgebrachten Gefäße. Der „beste Apfelsaft der Welt“, wie ein Mädchen formulierte, wurde aber erst einmal zu der vom Verein gesponserten Pizza „gebechert“. Mit Sauerkirschsaft in der Big-Box als Belohnung war auch die Schätzfrage „Wie viele Äpfel liegen in der Kiste?“ im doppelten Wortsinn saftig. Lieber auf dem Trockenen sitzen die Ohrwürmer für die noch Ton-Töpfe mit Stroh als Unterschlupf gefüllt wurden. Die Nützlinge vertilgen Läuse und sind bei Obstbauern gerngesehene Helfer. fer