Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen „MM“-Serie „Bankgeheimnissse“ / Heute: Der Musiker und Maler Michael Huber auf seiner Bank zwischen Fähranlegestelle und Fischkinderstube

Ein Platz am Neckar mit „Fensterblick“

Archivartikel

„Wenn man hier sitzt, dann ist es vergleichbar mit einem Blick aus dem Fenster. An beiden Seiten ist das Blickfeld durch Bäumen begrenzt und man schaut durch eine schmale Schneise auf den Fluss hinüber zum gegenüberliegenden Ufer.“ Den „Fensterblick“, den Michael Huber beschreibt, gewährt eine Sitzbank, die an dem kleinen Trampelpfad zwischen Fähranlegestelle und Fischkinderstube steht. Mit dem Maler, Musiker, Volkshochschul-Dozent und KIEN-Aktivist setzen wir unsere Serie „Bankgeheimnisse“ fort.

„Hier war ich auch schon mit meinen Malschülern gegessen“, verrät Huber. Aber nicht nur die Bank mit ihrem Ausblick auch die Umgebung sei reich an inspirierenden Motiven. „Schauen Sie mal die malerische Hochwasser-Mauer mit dem wilden Wein der sich im Herbst rot färbt, das hat was“, zeigt der Künstler auf das Gemäuer. Der rustikale Steinwall ist eines der Motive neueren Datums die bei Hubers Werkschau Ende Oktober im Neckarhäuser Schloss zu sehen sind. Die Volkshochschule (VHS) Edingen-Neckarhausen widmet ihrem ehemaligen Leiter und langjährigem Dozenten diese Ausstellung zu dessen 70. Geburtstag, den er am 28. Juli gefeiert hat.

Huber begreift sich aber nicht als Heimatmaler wenn auch heimatliche Bildmotive nicht fehlen werden: „Ich klebe nicht an einer Stilart, von Akt über Portraits bis hin zu Abstraktem reicht mein künstlerisches Spektrum.“ Skulpturen zählen ebenfalls zu den Ausstellungsobjekten der Werkschau. Häufig wird angeschwemmtes Treibholz dabei zum Werkstoff. Gemalt und gezeichnet hat der gebürtige Schriesheimer schon als Schüler gerne.

„Mein Banknachbar und ich waren auf diesem Gebiet die Kreativen unserer Klasse“, verrät Huber schmunzelnd. Später hat er eine Ausbildung im grafischen Gewerbe bei der Mannheimer Großdruckerei absolviert und diesen Beruf an verschiedenen Orten ausgeübt. „Mit 56 Jahren habe ich mich dann entschieden neue Wege zu gehen. Die Kunst war fortan mein Metier“, erzählt der freischaffende Künstler. Neben dem Verkauf der eigenen Bilder bot er Kurse für Kinder sowie Malkurse an der VHS und im eigenen Atelier an. „Das Aquarell ist meine Stärke, es läuft mir aus der Hand“, beschreibt Huber seine favorisierte Stilart. Im Gegensatz zu den Acryl-Arbeiten seien bei den „Wasserfarben“ Fehler nur begrenzt korrigierbar.

Bei seinen VHS-Malschülern ist der Michael, wie sie ihn nennen, beliebt. Etliche von ihnen besuchen schon seit Jahren die Kurse. Der Lehrende war zunächst aber auch ein Lernender. „Meinen letzten Schliff als Maler habe ich bei renommierten Künstlern an der Bergstraße erhalten“, erzählt Huber. Im Kleinformat erreichten seine Werke sogar die USA und Australien.

„Ich habe früher Postkarten von ortstypischen Motiven aus Neckarhausen gemalt und diese dann drucken und vervielfältigen lassen“, lässt der Künstler wissen. In Zeiten in denen die Leute noch Ansichtskarten geschrieben haben, sei diese Form der „Kleinkunst“ ein echter Renner gewesen.

Neben dem Malen das mittlerweile zu Hubers Beruf und Berufung geworden ist, ist er auch als Musiker mit den „Greyhounds“ unterwegs. „Ich bin der Schlagzeuger des Quartetts und unsere Musik ist rocklastig“, erzählt der „Altrocker“. Der Band-Name „Greyhounds“ rührt übrigens von den ergrauten Haaren seiner vier Protagonisten. Außerdem engagiert sich Huber zusammen mit seiner Ehefrau Elke von Beginn an ehrenamtlich bei der Kunst- und Kulturinitiative Edingen-Neckarhausen, KIEN. Seit KIEN-Aktivist Hermann Ungerer ihm auf dem Posten des VHS-Leiters nachfolgte, ist Michael Huber in Sachen Programm-Planung verstärkt der Macher und Motor.

Bei der IG Gemeindemuseum begleitet der kulturinteressierte Neckarhäuser ebenfalls einen Vorstandsposten. Privat ist Huber gerne sportlich unterwegs. Gemeinsam mit seiner Elke geht er beim Nordic-Walking auch gerne mal am Stock. Eine Verschnaufpause gönnen dich die beiden auf Hubers Lieblingsbank mit dem „Fensterblick“ aufs Wasser. Das Abtauchen ist dem Ehepaar ebenfalls nicht fremd. „Wir schnorcheln beide und bei der Gelegenheit gewinne ich gerne der Unterwasserwelt die fotogene Seite ab“, verrät Michael Huber.

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