Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Im Schloss sind die Werke des Künstlers Michael Huber zu sehen / Auswahl aus dem Schaffen der vergangenen 20 Jahre

Eine Ausstellung zum 70. Geburtstag

Archivartikel

„Vielen Dank für Ihre großartige künstlerische Arbeit in den vergangenen 20 Jahren. Ihre Werke sind ein Gewinn für die Gemeinde Edingen-Neckarhausen.“ Die Sätze schrieb Bürgermeister Simon Michler ins Gästebuch. Anlass war die Eröffnung der Werkschau von Michael Huber, die derzeit im Neckarhäuser Schloss zu sehen ist und die große Bandbreite von Hubers künstlerischem Schaffen in den verschiedensten Stilrichtungen und Ausdrucksformen zeigt.

Michler hatte zuvor das vielseitige Engagement des Künstlers gewürdigt. Der ehemalige Leiter der Volkshochschule (VHS) bleibe der Einrichtung als Dozent für Aquarellmalerei weiterhin verbunden. Auch bei der Kunst- und Kulturinitiative Edingen-Neckarhausen (KIEN) zähle Huber zu den Aktiven. Als Beispiel nannte Michler den von der KIEN organisierten Kinderweihnachtsmarkt im Schlosshof, der zu einem Aushängeschild für die Gemeinde geworden sei. Hubers Nachfolger im Amt des VHS-Leiters, Hermann Ungerer, gratulierte ebenfalls zur gelungenen Ausstellung. Die VHS habe Hubers 70. Geburtstag Ende Juli zum Anlass für die Werkschau genommen, betonte Ungerer und fügte an: „Obwohl ich seine Arbeiten kenne, entdecke ich immer wieder Neues.“

Vielfältige Ausrucksformen

Die einführenden Worte zu seiner Ausstellung sprach Huber selbst, schließlich kennt er sein Werk am besten. „Von den rund hundert ausgestellten Exponaten sind die Hälfte Aquarelle. Aber auch Arbeiten in Acryl, Zeichnungen und Skulpturen sind zu sehen“, wies der Künstler auf die Vielfalt seiner künstlerischen Ausdrucksformen hin.

Dazu zählte übrigens auch die Musik. Zusammen mit zwei seiner drei Band-Kollegen von den „Greyhounds“ sorgte er für die musikalische Umrahmung der Vernissage. Danach bot sich reichlich Gelegenheit, die Werke zu betrachten. „Die Ausstellung hat mich dazu inspiriert, Bilder zusammenzutragen, die mir besonders gut gefallen“, konstatierte Huber im Gespräch mit dem „MM“.

Zwar sei er am Ort vor allem als Maler heimatlicher Motive bekannt, aber er sehe sich selbst keineswegs als klassischer Heimatmaler: „Ich lege mich nicht gerne auf ein Genre fest und möchte, was den Malstil betrifft, frei sein.“

Neben der „heimatlichen Ecke“ mit den stimmungsvollen Motiven aus Edingen-Neckarhausen und der Region konnte man auch den „anderen“ Huber entdecken. „Ich unternehme gerne hin und wieder einen Ausflug ins Abstrakte“, bekannte der Künstler. Neueren Datums waren die Holz- Skulpturen. Das Material dazu stammte von Holzabfällen aus dem heimischen Garten oder von Schwemmholz, das der Neckar in großen Mengen anlieferte.

Auf diese Weise entstanden ungewöhnliche Skulpturen und Materialcollagen, beispielsweise war der Porzellankopf von einer Stromleitung in eine Figur eingearbeitet. „Meine Stärke“, erklärte Huber, „liegt aber schon in der Aquarell-Malerei, sie fließt mir gewissermaßen aus der Hand.“ Landschaften und vor allem das Wasser würden bei seinen Motiven eine große Rolle spielen.

„Du kannst es halt“

Auch den vier Jahreszeiten konnte der Maler immer wieder beeindruckende Impressionen abgewinnen. Seine „Winter-Bilder“ etwa verfügen über einen ganz eigenen Zauber zwischen Stille und Aufbruch. „Wir wollen mal gucken, was der große Meister so macht“, scherzten einige Schüler aus den Aquarell-Kursen des Künstlers und kamen nach dem Rundgang durch die Ausstellung zum Ergebnis: „Michael, du kannst es halt.“ Er wurde als Vorbild gesehen: „Bis wir so weit sind wie du, musst du noch einige Jahre mit viel Geduld weiter Kurse geben.“

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 17. November, zu sehen. Man kann sie immer samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr im Neckarhäuser Schloss besuchen.

Zum Thema