Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat befasst sich erneut mit Chemikalie TFA im Trinkwasser / Werte liegen bei rund 15 Mikrogramm pro Liter

Entscheidung über Wasseranschluss an Mannheim

Wenige Wochen vor der Kommunalwahl geht es im Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen heute unter anderem um den Dauerbrenner Trinkwasser. Um die Versorgung der Einwohner dauerhaft sicherzustellen, soll es eine Anbindung an das Mannheimer Wassernetz geben. Bevor die Neckargruppe im Juni über die Millioneninvestition entscheidet, ist zunächst der Gemeinderat gefragt.

Auslöser für die jüngste Initiative zu einem Anschluss an Mannheim war die Belastung des Trinkwassers durch die Chemikalie Trifluoracetat (TFA). Auch nach den jüngsten Messungen vom Februar liegen die Werte nach wie vor deutlich über dem so genannten Maßnahmenwert von zehn Mikrogramm. Liegt der gehalt höher, sind Kommune und Wasserversorger zu Gegenmaßnahmen verpflichtet. Bis Mitte 2019 würde das Regierungspräsidium bis zu 30 Mikrogramm dulden. Zuletzt hatte die Gemeinde damit gerechnet, dass der Wert bis Ende 2019 wieder auf unter 10 Mikrogramm sinkt. Derzeit ist man davon noch weit entfernt. Im Februar wurden in Edingen im Rathaus 14,9 Mikrogramm gemessen, in Neckarhausen im Schloss 14,1. Das ist weniger als im Februar 2018 aber mehr als im August vergangenen Jahres.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten die Fraktionen einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Aus den Antworten der Verwaltung wird auch deutlich, dass die Trinkwasserverunreinigung durch TFA oder andere Stoffe nicht die einzige Ursache für den vorgeschlagenen Anschluss an das Mannheimer Netz sind. Ziel sei es, in Notfällen vorübergehend und im schlimmsten Fall dauerhaft Wasser aus Mannheim beziehen zu können. Fragen rund ums Thema Wasser werden zudem Experten des Gesundheitsamtes und des Regierungspräsidiums beantworten. Ferner stehen Vertreter der Stadtwerke Heidelberg und der Mannheimer MVV als Ansprechpartner zur Verfügung.

Um das Thema Wasser und Abwasser geht es auch bei zwei weiteren Punkten der Tagesordnung. Hier müssen die Gemeinderäte einer neuen Globalberechnung zustimmen, die als Grundlage für die Erhebung von Erschließungsbeiträgen dient. Das trifft künftige Bauherren in der Gemeinde. Die Beiträge für Wasser und Abwasser bleiben dagegen unverändert, wie Bauamtsleiter Dominik Eberle auf Nachfrage erklärte.

Weitere Themen der Sitzung sind mehrere Bebauungsplanverfahren, darunter ein Aufstellungsbeschluss für ein Grundstück in der Jahnstraße in Edingen, auf dem die Familienheim ein Mehrfamilienhaus mit Sozialwohnungen errichten will. Mit dem Beschluss will die Gemeinde das ins Stocken geratene Baugenehmigungsverfahren beschleunigen.