Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Beschluss über Mietvertrag mit Tennisclub im Gemeinderat zum zweiten Mal vertagt

Erneuten Aufschlag verpatzt

Archivartikel

Die neuen Tennisplätze sind fertig, das Clubhaus steht ebenfalls kurz vor der Vollendung, doch die zukünftigen Nutzer haben noch immer keinen Mietvertrag in der Tasche. Auch der zweite Aufschlag ist am Mittwoch im Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen gescheitert. Hintergrund sind nach wie vor bestehende Unklarheiten bezüglich der Zukunft der Tennisabteilung der DJK Neckarhausen.

Wie berichtet, hatte sich aus dem bisherigen TC Grün-Weiß Edingen der Erste Tennisclub Edingen-Neckarhausen (TCEN) gebildet, die Aktiven der DJK schlossen sich diesem Verein an. Eine Fusion gab es hingegen nicht. Die Tennisabteilung der DJK soll allerdings nach deren Fusion mit der Fortuna weiter bestehen bleiben. Hier sind noch ein Dutzend Freizeitsportler aktiv. Auch sie wollen mittelfristig auf den neuen Platz umziehen, die DJK erwartet aber eine Entschädigung für die bestehenden Anlagen. Ein Streit, der schlimmstenfalls vor Gericht landen könnte. Genau das fürchten einige Gemeinderäte und drängen deshalb auf eine Lösung vor dem Vertragsschluss mit dem TCEN.

„So nicht beschlossen“

„Dass bei der DJK weiter Tennis gespielt wird, haben wir so nicht beschlossen“, betonte Markus Schläfer (CDU), dies sei kritisch. „Wir wollen den Tennissport komplett in dieser Anlage haben“, bekräftigte Thomas Zachler (SPD). Die Erbpacht laufe noch 30 Jahre, da sei die bloße mündliche Aussage eines Vorsitzenden zu dünn. „Am liebsten hätten wir das schriftlich von der DJK, aber das will der Verein nicht“, beteuerte Michler. „Warum nicht?“, schallte es ihm im Chor aus dem Rat entgegen. „Ich bin da relativ entspannt“, entgegnete der Bürgermeister: „Wir könnten die am langen Arm verhungern lassen, aber das wollen wir gar nicht.“ Es sei in Protokollen von Gesprächen festgehalten, dass der Tennissport in Neckarhausen Nord aufgegeben werde. Er glaube nicht, dass ein Traditionsverein wie die DJK den Rechtsweg gegen die Gemeinde einschlagen würde. Für die Unabhängige Bürgerliste (UBL-FDP/FWV) regte Klaus Merkle als Lösung einen unbefristeten, aber jährlich kündbaren Vertrag mit dem TCEN an. Dann könnte die Gemeinde der DJK und ihren verbliebenen Tennisspielern später noch einen Einstieg anbieten.

„Wir drehen uns im Kreis“

Michael Bangert (SPD), wie Merkle ebenfalls Rechtsanwalt, machte auf die Folgen einer vorzeitigen Kündigung des Erbpachtvertrages aufmerksam: „Da müssen wir für Gebäude und Anlagen auf den Liegenschaften entschädigen.“ Mit der von Merkle vorgeschlagenen Lösung habe die Gemeinde Manövriermasse. Bürgermeister Michler zeigte sich offen für erneute Gespräche mit der DJK, „gerne auch mit Vertretern der Fraktionen“. Zugleich stellte er fest: „Wir drehen uns im Kreis.“

Schließlich verzichtete Michler auf eine Abstimmung über den vorgelegten Mietvertrag. Dabei machte er aber deutlich: „Wenn das Ding fertig ist, dürfen die Sportler Tennis spielen und die Pflege übernehmen.“ Genau das ist nämlich Kern des Vertrages. Der Verein kümmert sich um die Pflege der Anlagen, die Gemeinde verzichtet im Gegenzug auf Mietzahlungen. Den ersten Aufschlag wollen die Tennissportler noch in diesem Sommer machen. Bürgermeister Michler greift dann auch zum Schläger: „Das habe ich versprochen.“