Edingen-Neckarhausen

Edingen 51. Gockelfest der Kleintierzüchter auf der Vereinsanlage / Großer Ansturm auf die Hähnchen

Erst frittiert und dann gewürzt

Archivartikel

„Außen schön kross und innen saftig – hier gibt’s die besten Göckel weit und breit“, lobte ein Gast die Hähnchen frisch aus der Fritteuse. Das dreitägige Gockelfest der Edinger Kleintierzüchter auf der Vereinsanlage ist längst ein kulinarischer Klassiker, der Besucher aus der gesamten Region anlockt. Der Ansturm auf die Hähnchen war auch in der 51. Auflage des Kultfestes ungebrochen.

„Wir schwören nun mal auf unsere Zubereitungsart“, betonte Gerhard Stein als Chef der Edinger Kleintierzüchter und Chef-Logistiker des Gockelfestes. Bevor die frischen Markenhähnchen im heißen Ölbad schwimmen werden sie erst einmal nachgeputzt. Das „Putz-Kommando“, befreit die Hähnchen von überschüssigem Fett und Federkielen. Danach werden die bleichen Gesellen gesalzen und dann geht’s ab in die Fritteuse, wo sie mal rücklings mal bäuchlings im heißen Pflanzenfett brodeln. Erst wenn die Pfundskerle gar sind und wieder auf dem Trockenen sitzen, werden sie mit der vereinseigenen Würzmischung „gepudert“, deren Zutaten ein gut gehütetes Geheimnis ist. „Auf diese Weise verbrennt kein Gewürz in der Fritteuse und die Göckel kommen ohne „Geschmäckle“ aus dem Ölbad“, erklärt der Vorsitzende.

Lange Schlangen

Zu den Stoßzeiten bildeten sich lange Schlangen vor dem Hähnchen-Schalter. Während die erwartungsfrohen Genießer sich in Geduld fassten, rotierten die fleißigen Helfer hinter den Kulissen. Zu den „Veteranen“ in der Hähnchen-Bräterei gehört Herbert Stein, der seit über 40 Jahren den „heißen Job“ an den geräumigen Fritteusen macht. Felix Feige zählte ebenfalls zu den hitzebeständigen Herren, die buchstäblich im Schweiße ihres Angesichts schafften. „Das hier lässt sich nur mit viel Apfelschorle aushalten, aber mir macht die Arbeit trotzdem Spaß“, versichert der junge Mann. Nicht ganz so heiß ging es an der Pommes-Fritteuse zu, wo auch Nachwuchs im Einsatz war. Klimatisch gesehen hatten es die Helfer im Bierwagen am leichtesten. „Früher habe ich auch drinnen mitgeholfen, inzwischen zapfe ich lieber Bier, da kommt man mit den Besuchern ins Gespräch“, verrät Stephanie Schöfer.

Um ein solches Fest zu stemmen, bedarf es vieler Helfer. „Die Leute zusammenzubekommen ist alles andere als einfach. Etliche bringen zum Glück Helfershelfer aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis mit“, ließ Gerhard Stein wissen. Der erste Kraftakt stellt immer den Aufbau des Zeltes dar. In diesem Jahr hatten die Kleintierzüchter auf ein großes Festzelt verzichtet und stattdessen ein kleineres Zelt aufgeschlagen, das viel Durchblick ins Freie bot und so die Gartenwirtschaft erweiterte. „Das Ganze ist wesentlich gefälliger arrangiert, es hat jetzt den Flair einer gemütlichen Biergarten-Atmosphäre“, lobte Karl Mücke. Mal abgesehen von ein paar Regentröpfchen am Samstag hatten die Kleintierzüchter das (Wetter)-Glück der Tüchtigen. Da florierte das Geschäft sowohl mit dem Brathahn als auch am Bierhahn.

Investition in Naherholung

Das Fest als solches ist kein reiner Selbstzweck. „Alles was wir hier erwirtschaften, wird wieder in die Kleintierzuchtanlage investiert, die ja gerne als Naherholungsziel genutzt wird“, bemerkte der Vorsitzende. Die schmucke Anlage lockte viele zu einem Rundgang entlang der Parzellen hin zum Streichelzoo. „Eine Parzelle ist aktuell frei. Wer Interesse an der Kleintierzucht mitbringt, kann sich gerne bei uns melden“, informierte Stein. Die rund 50 ehrenamtlichen Gockelfest- Helfer, dürfen sich als Lohn der Mühen auf ein Helferfest freuen.

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