Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gemeinderat billigt Auftragsvergaben

Erste Mehrkosten bei Kita-Bau

Archivartikel

Mit dem Bau der neuen Kindertagesstätte „Neckar-Krotten“ im Gemeindepark Edingen soll spätestens im August begonnen werden. Das hat Bürgermeister Simon Michler am Mittwoch im Gemeinderat angekündigt. Die Kostenschätzung für das Projekt lag zuletzt bei 4,5 Millionen Euro.

Gut möglich, dass am Ende die Grenze von fünf Millionen überschritten wird. Denn die Baukonjunktur brummt, und die Preise gehen immer weiter nach oben. „Teilweise haben die Firmen gar kein Angebot abgegeben“, berichtete der Bürgermeister von den ersten Ausschreibungen.

Immerhin gibt es Angebote, wie Architekt Jan Kliebe feststellte. Sein Büro hatte einen Wettbewerb im Vorfeld gewonnen und deshalb den Zuschlag für den Bau des pavillonartigen Gebäudes erhalten. Die Einrichtung der Baustelle habe man bewusst beim Rohbau ausgeklammert, um lokale Anbieter berücksichtigen zu können, doch hierfür habe man überhaupt kein Angebot erhalten.

Erdaushub für L 597?

„Wir bauen ein Holzgebäude, deshalb haben wir nur ein Minimum an Stahlbetonarbeiten“, erläuterte der Planer weiter: „Das Angebot liegt über dem Kostenrahmen, ist aber gut geeignet, um eine solide Basis zu schaffen.“ Rund 107 000 Euro soll die laut Architekt kostengünstigere Variante der „Rüttelstopfverdichtung“ kosten, die die Firma Bauer Spezialtiefbau aus Schrobenhausen übernimmt.

Mehr als doppelt so teuer wie berechnet kommen die Erd- und Rohbauarbeiten, für die die Assenza GmbH aus Frankenthal den Auftrag erhalten soll. Bei den Deponiekosten gebe es eine Steigerung um 200 Prozent, erklärte Kliebe. Hier wird allerdings nachverhandelt, wie er und Bauamtsleiter Dominik Eberle erklärten. Möglicherweise könne ein Teil des Aushubs auch beim Neubau der L 597 verwendet werden.

Durch die Kostenexplosion bei diesem Gewerk sah sich der scheidende UBL-Fraktionssprecher Hans Stahl in seinen Befürchtungen bestätigt. „Die Finanzmittel der Gemeinde sind endlich“, mahnte er, und stellte sogar eine Umkehr in den Raum. „Von vorne anzufangen, das würde das finanzielle Risiko eher noch erhöhen“, räumte er aber ein.

„Warnung für die Zukunft“

„Es wird Zeit, dass das jetzt umgesetzt wird“, betonte CDU-Gemeinderat Markus Schläfer und äußerte die Hoffnung, dass sich an der einen oder anderen Stelle noch etwas einsparen lasse. „Wenn wir jetzt nicht loslegen, hat das Nachwirkungen in der ganzen Gemeinde“, unterstrich auch Thomas Zachler (SPD). Beide Fraktionen hatten zusammen den Architektenwettbewerb für den Standort im Gemeindepark beschlossen, eine Mehrheit, die es künftig so nicht mehr gibt, wie Hans Stahl (UBL) bemerkte. Schließlich enthielt sich seine Fraktion bei der Auftragsvergabe. „Fehler sind im Vorfeld gemacht worden“, bemerkte Rolf Stahl (OGL). Deshalb stimme man der Vergabe zu: „Das sollte uns als Warnung für die Zukunft dienen, dass es so nicht gehen kann.“