Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen 48 Freunde der Fähre nehmen an der Gründungsversammlung des neuen Fördervereins teil

Es gilt eine große Tradition zu erhalten

Archivartikel

„Ein Kulturgut, Alleinstellungsmerkmal und nicht zuletzt ein „sozialer Treffpunkt.“ Diese Attribute wurden der Neckarhäuser Fähre attestiert. Für deren Erhalt und Fortbestand will sich nun auch der „Förderverein Fähre Neckarhausen“ ins Zeug legen. An der Gründungsversammlung nahmen 48 Freunde der Fähre teil, die damit zugleich Gründungsmitglieder des Fähr-Fördervereins sind. Zum ersten Vorsitzenden wurde Florian König gewählt, ein Mitinitiator der Fördervereins-Initiative.

„Die Gründungsversammlung ist etwas ganz besonderes“, betonte König bei der Begrüßung. Neben Bürgermeister Simon Michler nahmen auch etliche Gemeinderatsmitglieder an der Versammlung teil. „Nach der traurigen Auflösung der Fährgemeinschaft und der Übernahme des Fährbetriebs durch die Gemeinde im April, wollen wir mit der Gründung eines Fördervereins ebenfalls einen Beitrag zum Erhalt der Fähre leisten“, erklärte König und fügte an: „Die Fährverbindung stellt für die einen die kürzeste Kreuzfahrt der Welt und für die anderen die schnellste Verbindung nach Ladenburg dar.“

Zur Einstimmung auf das Thema gab der ortskundige Neckarhäuser Hobby-Fotograf Gerhard Hund anhand zahlreicher Fotos und Eckdaten einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Fährbetriebs. Erstmals wurde die Fähre 1483 in einer Urkunde des Wormser Bischofs erwähnt. 1745 mussten die Fährleute den Erbbestandsbrief annehmen, wodurch der in freiem Eigentum befindliche Fährbetrieb in ein vom Kurfürsten verliehenes Recht umgewandelt wurde. 1895 erfolgte die Inbetriebnahme einer neuen Fähre, 1995 folgte das Jubiläum „100 Jahre Fährschiff und 250 Jahre Erbbestandsbrief“, im Jahr 2000 wurde die 105 Jahre alte Fähre ausgemustert und der Kauf einer neuen Fähre beschlossen. Interessantes wusste Hund auch von den Fähr-Familien Keller, Krauß, Zieher und Orth zu berichten. Es habe sich dabei vorrangig um katholische Neckarhäuser Bauern gehandelt.

Satzung zugestimmt

Nach dem bilderreichen Rückblick folgt der Ausblick. „Wir sind hier bei der Gründungsversammlung des Vereins und es müssen die entsprechenden Regularien eingehalten werden“, führte Michael Bangert als Jurist aus und verlas die Satzung. Zweck des Vereins ist die Erhaltung, Förderung und Nutzung der Kettenfähre zwischen Neckarhausen und Ladenburg für die gesamte Bevölkerung, mit dem Ziel ein altes aber immer noch bedeutsames Verkehrsmittel jetzt und für zukünftige Generationen zu bewahren. Damit will man den Bewohnern beidseits des Neckars Zusammenhalt ermöglichen und die große Tradition des Verkehrsmittels Fähre erhalten, heißt es weiter. Diese Zielsetzung will der Verein insbesondere durch die finanzielle und ideelle Unterstützung der Neckarfähre erreichen. „Der Förderverein kann auch das Fährhaus in seine Förderung mit einbeziehen, muss es aber nicht“, erklärte Bangert. Nachdem die Versammlung der Satzung zugestimmt hatte, erfolgte die Wahl des Vorstands mit der Vergabe der Ämter.

Das Votum erfolgte jeweils einstimmig. Alle Amtsinhaber hatten zuvor ihre Verbindung zur Fähre geschildert und warum sie deren Erhalt unterstützen wollen. Beisitzerin und Fährfrau Martina Kreuzer beispielsweise ist auch weiterhin mit an Bord. „Ich bin froh, dass es weitergeht, und ich dann zusammen mit anderen, als Angestellte der Gemeinde die Fähre fahren darf“, sagte Kreuzer. Als jährlicher Mitgliedsbeitrag wurden 18 Euro für Einzelpersonen, 32 Euro für Familien und 36 Euro für juristische Personen (Vereine, Firmen) festgesetzt. fer

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