Edingen-Neckarhausen

Edingen Kleintierzüchter laden zum 50. Mal zum Gockelfest auf ihre Zuchtanlage

Es wartet ein heißer Job

Archivartikel

Mit dem Aufbau des großen Festzeltes auf ihrer Zuchtanlage im Sport- und Freizeitzentrum stemmen die Kleintierzüchter schon einmal den ersten Kraftakt. Ist das Werk vollbracht, steht dem Start des 50. Gockelfestes, einem der größten kulinarischen Klassiker in der Region, nichts mehr im Wege. Gefeiert wird mit Fassbieranstich und Feuerwerk. Ab Freitagabend, 20. Juli, dreht sich dann drei Tage lang alles um die frischen, fein frittierten Göckel, die dem Fest ihren Namen gaben.

„Ich habe schon als Jugendlicher beim ersten Gockelfest mitgeholfen, als das Zelt noch vor der alten Zuchtanlage auf dem Neckarvorland stand“, erzählt der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins Edingen, Gerhard Stein. Bei der Gockelfest-Premiere 1968 sei nicht nur das Zelt Marke Eigenbau gewesen, auch die Hähnchen stammten aus eigener Zucht. Bald darauf war der Appetit auf die Göckel aber weit größer als das gezüchtete Angebot, so dass man sie als küchenfertige Frisch-Ware bezog.

Das Fest entwickelte sich rasch weiter und avancierte neben dem Backfischfest der Angler zum zweiten kulinarischen Klassiker in der Gemeinde. Der alte Gockelfest-Platz auf dem Neckarvorland unterhalb der damaligen Kleintierzuchtanlage sei zwar landschaftlich reizvoll aber logistisch ein Problem gewesen, erinnert sich der Vorstandschef. „Bis wir alle Gerätschaften und Waren an Ort und Stelle hatten, das war echt mühsam“, so Stein. 1976 wurde das Festzelt zudem durch heftige Regenfälle und Sturm schwer beschädigt, zum Glück kam niemand zu Schaden.

Mit der Verlagerung des Gockelfestes, 1999, auf die neu geschaffene Zuchtanlage im Sport- und Freizeitzentrum verbesserten sich auch die Rahmenbedingungen. Es ist alles vor Ort, was zur Durchführung des Gockelfestes benötigt wird. Rund 70 Helfer sind an den drei Tagen im Einsatz. Viele von ihnen sind „Helfershelfer“ die von den Aktiven „angeworben“ werden. „Ohne solche Helfer könnten wir einpacken, ein Fest dieser Größenordnung wäre dann nicht zu stemmen“, erklärt Gerhard Stein. Außer im Festzelt ist man auch in der angrenzenden Halle sowie in der idyllischen Gartenwirtschaft auf den Ansturm der Gäste gerüstet. In der Hähnchen-Bräterei wird an den drei Festtagen im Schichtbetrieb gearbeitet. Den Herren an den geräumigen Fritteusen steht ein wahrhaft „heißer Job“ bevor. Zuvor werden die frischen Qualitätshähnchen noch einmal nachgeputzt und von überschüssigem Fett befreit. Bevor sie außen kross und innen saftig auf den Tisch kommen, erhalten sie noch die vereinseigene Würzmischung als „Puder“.

Der Erlös aus der Veranstaltung fließt in den Erhalt der Anlage, die von der Bevölkerung gerne als beliebtes Naherholungsziel genutzt wird.