Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Gut besuchtes Schlosskonzert der Jugendmusikschule

„Fast wie die Profis“

Beim Schlosskonzert der Jugendmusikschule Edingen-Neckarhausen überzeugten die jungen Instrumentalisten mit ihrem Können. Einige von ihnen hatten schon erfolgreich am Landes- und Bundes-Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen oder tun dies am Wochenende. „Das Niveau ist hoch, wir sind in der Gemeinde musikalisch gut aufgestellt“, kommentierte Bürgermeister Simon Michler den rund zweistündigen Vortrag der Schüler.

Die Leiterin der Musikschule, Erika Tieg, begrüßte die Besucher im vollbesetzten Saal des Neckarhäuser Schlosses. Zu den Gästen zählte auch Bjoern Strangmann der neue Leiter der Jugendmusikschule Mannheim, deren Außenstellte die Musikschule Edingen-Neckarhausen ist. Zu Beginn trat im Rahmen des Schlosskonzerts erstmals ein Projektorchester auf, das für den melodischen Auftakt sorgte. Danach kamen die Solisten zum Zug. „Ich habe schon etwas Lampenfieber“, gestand Amelie Thimmel. So wie der neunjährigen Violinistin ging es den meisten Mitwirkenden am Schlosskonzert. Das Üben ist eine Sache, die Darbietung vor großem Publikum eine andere, da bedarf es schon ein wenig Mut und Nervenstärke.

„Wir haben ein vielseitiges Programm für Sie zusammengestellt“, kündigte Erika Tieg an. Ihren Worten folgten buchstäblich klangvolle Taten. Den Auftakt machte der siebenjährige Tastenkünstler Eren Parmakerli mit der Sonatine C-Dur von Muzio Clementi. Das anspruchsvolle Musikstück wurde von dem kleinen Pianisten mit dem akkuraten Anschlag eindrucksvoll gemeistert. Er ist übrigens schon ein „alter Hase“ im Geschäft, schließlich fing er mit drei Jahren an. Das Klavier ist auch das bevorzugte Instrument von Antonia Ganss und Emilia Krauße. Sie interpretierten Stücke von Grieg und Beethoven, stil- und spielsicher.

Streicher haben den Bogen raus

Aber auch die Streicher hatten den Bogen raus. Das Konzert für Violine von Antonio Vivaldi, der wie kaum ein anderer das klassische Violinen-Repertoire repräsentiert, war für Violinistin Amelie Thimmel Programm. Ihre Schwester Hannah favorisiert die etwas größere Viola und griff bei einem Stück von Telemann zum Bogen und in die Saiten. Das Violoncello ist ähnlich gebaut wie eine Violine, aber wesentlich größer und wird im Sitzen gespielt. Dazu nahm Stella Busse auf der kleinen Bühne Platz. Sie spielte das Allegro non troppo von Brahms gefühlvoll und in eindrucksvoll sonorer Tonart. Zu den hervorragenden Saitenkünstlern zählte ebenso der Gitarrist David Strüder. Er war bereits Bundes- und Landessieger bei „Jugend musiziert“ und verstand es auch im Schlosssaal, musikalisch eindrucksvoll zu überzeugen.

Nicht weniger talentiert waren die Bläser am Werk. Querflötistin Paula Bosse interpretierte sehr sicher ein Flötenstück von Carl Stamitz, am Klavier begleitet von ihrem Vater Wieland Bosse. Steigender Beliebtheit, auch vor dem Hintergrund der Bläserklassen, erfreut sich die Klarinette. Die Klarinettisten Susanna Paul, Luca Bastian, Jonas Hoffmann und Wiebke Brethauer interpretierten unterschiedliche Meister und ihre Werke.

Die jungen Künstler wurden allesamt mit viel Applaus verabschiedet. „Das Jahreskonzert war eine hervorragende Werbung für die Musikschule“, bemerkte Gemeinderat Hans Stahl, und Altgemeinderätin Heidi Gade lobte die „hohe Kunst“ der Schüler: „Einige spielten fast schon wie die Profis.“ fer