Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Hobby-Fotograf Roland Weber zeigt seine Bilder im Schloss / Werke erzählen Geschichten

Faszinierende Reise-Eindrücke

„Länder, Menschen, Abenteuer“: So könnte man die Foto-Ausstellung von Roland Weber in den Ausstellungsräumen des Neckarhäuser Schlosses überschreiben. Unter dem Titel „Fern.Sehen“ werden ausgesuchte Motive seiner Reisen gezeigt, wobei auch das „nah sehen“ im Hinblick auf Natur und Kultur nicht zu kurz kommt. Stimmungsvolle Momentaufnahmen wechseln dabei mit sorgfältig inszenierten Bildkompositionen ab.

„Der Computer hat für mich heute eine ähnliche Bedeutung wie bei der analogen Fotografie die Dunkelkammer. Man verbringt viel Zeit damit“, verrät Roland Weber schmunzelnd. Der in Neckarhausen lebende Medizin-Techniker betreibt die Fotografie als Hobby und Ausgleich zum Beruf. „Ich wollte mit dieser Ausstellung einfach mal zeigen, was mit der Digital-Fotografie so alles machbar ist“, erklärte Weber seine Intentionen. Er ist in mehreren nationalen und internationalen Fotoclubs aktiv und veröffentlicht seine Bilder online. Die Ausstellung ermögliche jetzt den direkten Kontakt zu anderen Fotofreunden und Interessierten, konstatierte der virtuose Freizeit-Fotograf.

Seine Motive sind überwiegend auf Leinwand, Glas und Folie aufgezogen. Zu seinen Favoriten zählen Aufnahmen von Landschaften und Architektur. Mitgebracht hat er die Impressionen von seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika und Teile Afrikas. Darunter war eine Sahara-Tour auf Kamelen, die faszinierende Bild-Motive lieferte. Auch die Menschen, denen er dabei begegnete, sind zu sehen. Eindrucksvoll ist eine Portrait-Reihe aus der chinesischen Provinz Yunnan, die zum Armenhaus des Riesenreichs zählt. Sie zeigt Bewohner deren Gesichter Geschichten erzählen und in die das Leben Falten gegerbt hat.

Auch in Marokko gewann Weber dem Alltäglichen die fotogene Seite ab, deren Realität mitunter allerdings sehr nachdenklich stimmt. „Der Mann auf dem Foto hantiert beim Polieren von Messinggefäßen ungeschützt mit giftigen Substanzen, die seinem Körper zusetzen. Er hat bereits alle Zähne verloren“, weiß Roland Weber.

„Spuren von Menschen“, entdeckt der Fotograf auch im scheinbar Menschenleeren der Natur. Das gilt ebenso für den „Tatort Müll“, wo die Spurensuche hin zur modernen Wegwerfgesellschaft führt. Nicht realistisch, vielmehr surrealistisch wirken die U-Bahnstationen, denen der Foto-Künstler am PC eine ebenso beklemmende wie faszinierende Darstellungsform verlieh.