Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Eigentümer des Einkaufszentrums wollen vorgeschriebene Bäume nicht pflanzen / Technischer Ausschuss lehnt Befreiung ab

Fehlendes Grün bringt Räte auf die Palme

Rund 16 Millionen Euro hat die Metro Properties im Jahr 2016 in die „Revitalisierung“ des Einkaufszentrums investiert, das neben dem Handelsriesen Real mehrere Fachmärkte beherbergt. Zwei Jahre später sind aber offenbar nicht alle Vorgaben des Bebauungsplans und der Baugenehmigung umgesetzt. Das wurde jetzt im Technischen Ausschuss des Gemeinderates deutlich.

Knackpunkt ist vor allem die Begrünung. Der Bebauungsplan schreibt vor, dass auf großflächigen Parkplätzen je 20 Stellplätzen ein klein- bis mittelkroniger Baum dritter Ordnung anzupflanzen ist. Im konkreten Fall wären das bei rund 400 Stellplätzen also mindestens 20 Schattenspender. Tatsächlich steht jedoch auf der riesigen asphaltierten Fläche kein einziger Baum. Mit einem neuen Baueingabeplan wollte sich der Eigentümer der Verpflichtung zur Begrünung entledigen, doch da macht die Gemeinde nicht mit. Sie hält an den Vorgaben fest.

In der Sitzung des Ausschusses sorgte dieser Vorstoß von Metro Properties für Empörung. „Das ist ein ökologischer Sündenfall“, schimpfte Stephan Kraus-Vierling (UBL), der zugleich auf das Beispiel eines Baumarktes in Heidelberg-Wieblingen verwies. Dort sei es gelungen, den Parkplatz mit Platanen weitgehend zu beschatten. Florian König (CDU) nannte das Vorgehen des Antragstellers „eine Frechheit“. Irene Daners (SPD) bemängelte zugleich die Verkehrsführung auf dem Areal: „Die sollte halbwegs sinnvoll und logisch sein.“

„Auf Nachhaltigkeit geachtet“

Im Zuge des Um- und Erweiterungsbaus wollte Metro Properties nach eigenen Angaben ausreichend Platz für parkende Autos schaffen. Deshalb wurden die Stellplätze breiter angelegt, damit sie auch für größere Autos ausreichen, und durch einen zusätzlichen Platz jenseits der Berliner Straße ergänzt. Bei der Neugestaltung hat die Metro nach eigenen Angaben sehr auf Nachhaltigkeit geachtet. Die komplette Immobilie sei mit energieeffizienter LED-Beleuchtung ausgestattet, hieß es zur Neueröffnung im November 2016. Für die Gestaltung der Außenfläche gilt diese Nachhaltigkeit bislang offenbar nicht. Gerne hätten wir das Unternehmen dazu gehört. Eine Anfrage per E-Mail bei Metro Properties und bei Real blieb bis Redaktionsschluss jedoch unbeantwortet.

Um das Thema Verkehr ging es auch bei einem weiteren Punkt der Sitzung. Rechtzeitig vor Beginn des Schuljahres billigte der Ausschuss eine ganze Reihe von Maßnahmen, die den Weg zu Schule und Kindergarten in Edingen sicherer machen soll (der „MM“ berichtete). Unter anderem wurden bereits Markierungen auf der Fahrbahn angebracht, die auf die Kinder aufmerksam machen und an das Tempolimit von 30 erinnern sollen.

Mehr Sicherheit für Kinder

Außerdem kann der Parkplatz an der Großsporthalle nicht mehr durchfahren werden. Damit werde „ein beliebter Schleichweg“ unterbunden, sagte Bürgermeister Simon Michler. Er sprach von einem schlüssigen Konzept, das einen kurzfristigen Erfolg ermöglichen könne. „Super, dass das jetzt endlich gemacht wird“, lobte Wolfgang Freytag vom Elternbeirat der Pestalozzischule die Maßnahmen. Es habe in der Vergangenheit schon viele „Fast-Unfälle“ gegeben.