Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Boris Pribosic nimmt Schönheiten der Region von einer Drohne aus auf / Weitere Sehenswürdigkeiten folgen

Fischkinderstube und Neckar aus der Vogelperspektive gefilmt

Archivartikel

Sanft über die neue Fischkinderstube gleiten, eine Runde über Neckarhausen und die Fähre drehen und schließlich neckaraufwärts wieder in Edingen landen. Was normalerweise nur an Bord eines Kleinflugzeugs geht, macht Boris Pribosic (49) ganz ungefährlich für alle möglich. Zumindest optisch. Denn mit seiner Drohne fliegt er über die Region und stellt die dabei entstehenden Filmsequenzen ins Internet.

„Von oben sieht die Welt ganz anders aus“, schwärmt der Wahl-Edinger, der aus Stuttgart stammt und seit 2014 in der Neckargemeinde wohnt. Beruflich kümmert er sich als Mitinhaber einer Werbeagentur unter anderem um Webdesign und das Erstellen von Logos. Das Fliegen mit der Drohne ist für ihn Hobby, allerdings erst seit einem halben Jahr. „Ich übe noch, probiere Einstellungen aus“, verrät er im Gespräch mit dem „MM“. Schon mehrfach hat er sein unbemanntes Fluggerät auf die Reise geschickt. „Aber das Fliegen muss man lernen“, weiß er aus Erfahrung.

Kenntnisse verlangt neuerdings auch der Gesetzgeber, wenn die Drohne schwerer ist als zwei Kilogramm. Bei ihm ist das der Fall, und so musste er sich zunächst einmal einen Kenntnisnachweis erwerben. Nein, in eine Flugschule muss man dazu nicht. „Das geht alles online“, erzählt der Hobbypilot.

„Privatsphäre wahren“

Gelernt hat er freilich einiges. So darf man beispielsweise die Drohne nicht über Menschenansammlungen fliegen lassen, und auch Privatgrundstücke sind tabu. Zumindest, wenn man einen Mindestabstand nicht einhält. „Die Leute sind da sehr sensibel“, zeigt Pribosic Verständnis. Bevorzugt dreht er seine Runden deshalb über öffentlichen Straßen oder anderen Flächen wie etwa der Fischkinderstube. „Wenn ich 50 bis 60 Meter hoch fliege“, erkennt man keine Details mehr“, beruhigt er: „Bei 10 oder 20 Metern würde ich dagegen die Privatsphäre verletzen, und das will ich nicht.“

Die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt Pribosic also dank der Online-Prüfung recht gut. Aber wie steht es mit der Flugpraxis. „Ich übe noch“, gesteht er freimütig und fügt hinzu: „Man tastet sich da so ran.“ Wie die Piloten einer großen Maschine von Airbus oder Boeing kann sich auch der Freizeitpilot moderner Computertechnik bedienen. So ermöglicht eine Software zum Beispiel, einen autonomen Flug exakt vorzuplanen. Dann kann er das Navigieren getrost aus der Hand legen.

Maximal zehn Meter pro Sekunde schafft sein Fluggerät, also immerhin 36 Kilometer pro Stunde. Das ist schneller als ein Mofa. Doch so schnell zu fliegen, ist gar nicht im Sinne des Edingers. Ihm kommt es ja vor allem auf die bewegten Bilder aus einer interessanten Perspektive an. Da spielen auch Faktoren wie das Licht eine Rolle. Wie ein Fotograf unternimmt er deshalb häufig mehrere Anläufe, ehe er seinen Film so im Kasten hat, wie er es sich vorstellt. Zuhause am Computer folgt dann der Feinschliff, werden die einzelnen Frequenzen zu einem Gesamtwerk zusammengefügt. Ein paar Schnitte am Anfang und am Ende reichen ihm da meist aus. Noch ein Abspann dazu und ein bisschen urheberschutzfreie Musik darunter gelegt, und fertig ist der zwei-Minuten-Clip fürs Internet. Zwei bis drei Stunden dauert die Produktion, die er dann beispielsweise im sozialen Netzwerk Facebook teilt.

Die große Runde über Fischkinderstube und Neckar war übrigens erst der Anfang. „Ich würde gerne einige Sehenswürdigkeiten der Region überfliegen“, kündigt er an. Dabei denkt er beispielsweise an den Wasserturm in Edingen. Man darf also auf weitere Flüge gespannt sein. Ganz ohne Absturzrisiko und nur mit den Augen.

Info: Video und Fotostrecke: morgenweb.de/edingen

Zum Thema