Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Emma Iddir aus der Bretagne leistet ein Jahr lang Freiwilligendienst in Deutschland

„Flexitarierin“ liebt Spätzle und Europa

„Ich bin ganz stolz auf diesen Titel und freue mich, eine ’junge Botschafterin’ zu sein“, betont Emma Iddir. Die 21-jährige Bretonin hat ihr Amt unter dem Dach des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) im Rahmen des Freiwilligendienstes angetreten, den Edingen-Neckarhausen und die bretonische Partnergemeinde Plouguerneau gemeinsam tragen. Vorrangig engagiert sie sich in der Partnerschaftsarbeit. Deshalb ist auch das Plouguerneau-Haus in der Neckarhäuser Fichtenstraße seit rund einem halben Jahr ihr Arbeitsplatz.

„Offiziell habe ich meinen Posten im September vergangenen Jahres angetreten, aber ich war schon früher angereist, um bei der Festwoche zum Partnerschaftsjubiläum zu helfen“, lässt die Französin in bestem Deutsch wissen. Sie habe schon als Schülerin Lust bekommen, Deutschland zu entdecken. „Ich habe an der Schule Deutsch gelernt und wollte meine Sprachkenntnisse immer weiter perfektionieren“, erklärt sie. Auf dem Weg dorthin nahm sie unter anderem am Schüleraustausch teil und absolvierte ein Praktikum in Dresden.

Über das Deutsch-Französische Jugendwerk hatte sie dann von Angeboten im Freiwilligendienst erfahren und war dabei auf einen Bericht von Alexia Guillermic gestoßen, die als erste diesen Dienst in Edingen-Neckarhausen absolviert hat. „Ich dachte mir, das klinkt echt cool“, erzählt sie. Spontan stellte sie den Kontakt zu Erwin Hund her. Emma kommt aus Niant-sur-Yvel im Departement Morbihan und studiert in Rennes Politikwissenschaften.

Für ein Jahr pausiert sie zwar mit dem Studium, macht im Rahmen ihres Dienstes aber ganz praktische Erfahrungen. Es sei durchaus interessant mitzuerleben, wie die deutsch-französischen Beziehungen auf lokaler und regionaler Ebene funktionierten.

Und wie gefällt es ihr in Edingen-Neckarhausen? „Oh hier ist alles gut. Ich habe eine sehr schöne Wohnung mit Blick auf den Neckar“, schwärmt die Bretonin von der IGP-Unterkunft in der Graf-von-Oberndorff-Schule. Zwar sei es nicht immer ganz leicht, Kontakt zu Gleichaltrigen zu finden, aber sie fühle sich hier nicht allein. Gerade sei ihr Freund Simon für eine Woche zu Besuch, um ebenfalls Land und Leute kennenzulernen.

Möglichst wenig Fleisch

Was die deutsche Küche anbelangt, so haben es Emma Nudelgerichte und besonders die Spätzle angetan. „Hier bin ich Vegetarierin, in Frankreich gibt es viel Fleisch, und da will ich bei Familienessen nicht immer ablehnen. Unter der Voraussetzung bin ich zur „Flexitarierin“ geworden“, scherzt die 21-Jährige. Inzwischen habe sie sich hier richtig gut eingelebt.

Auch ihrem Job gewinnt Emma Iddir positive Seiten ab. Die Partnerschaftsarbeit sei im Hinblick auf Kommunikation und soziale Netzwerke mit vielen interessanten Aufgaben verbunden. Dazu zählten auch die Jugendbegegnungen und Sprachaufenthalte, um die sie sich kümmere. Zudem ist Emma im Rahmen der Französisch-AG an der Graf-von-Oberndorff-Schule tätig und betreut eine kleine Sprach-Gruppe am Carl-Benz-Gymnasium in Ladenburg zu diversen Themen. „Heute haben wir uns mit Europa befasst“, lässt die Studentin wissen und fügt an: „Es ist ein Garant für Frieden und Freiheit, wir müssen auf diesem Weg weitermachen und den Gedanken ein Stück weiterentwickeln.“ Das Freiwillige Jahr sieht die „junge Botschafterin“ Emma Iddir auch als „ein Jahr für sich.“ Man könne sich selbst finden, neue Leute kennenlernen und neue Ideen entwickeln.

Info: Infos rund um die Partnerschaft: www.igp-jumelage.de