Edingen-Neckarhausen

Rhein-Neckar Initiativkreis aus der Seelsorgeeinheit St. Martin beteiligt sich an Aktion Maria 2.0 / „Sichtbare Zeichen“ vor den Gotteshäusern

Frauen prangern mit Kirchenstreik Ausgrenzung an

„Kirche und Glaube sind uns wichtig. Wir sind Teil der Kirche und wollen dies auch bleiben. Mit der Aktionswoche vom 11. bis 18. Mai wollen wir ein Zeichen setzen für mehr Offenheit, Reformen und den Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der katholischen Kirche.“ Mit dieser Kernbotschaft beteiligt sich ein Initiativkreis aus der Seelsorgeeinheit Mannheim St. Martin mit den Pfarrgemeinden Seckenheim, Edingen, Neckarhausen und Friedrichsfeld an der Aktion Maria 2.0, die von Frauen aus dem Bistum Münster ausgeht.

Die Münsteraner Katholikinnen prangern die Ausgrenzung von Frauen in der katholischen Kirche und den Umgang mit dem Missbrauchsskandal sowie anderer Missstände an. „Für uns ist es wichtig, die Ziele dieser Initiative vorzustellen, wir wollen mit den Gottesdienstbesuchern, egal ob Männer oder Frauen ins Gespräch kommen, bleiben aber vor den Kirchentüren“, erklärt Gemeindereferentin Cordula Mlynski, die zum Initiativteam zählt.

Flagge zeigen und eine Erneuerung der Kirche anzustoßen, ist den Frauen aus der Seelsorgeeinheit ein Anliegen. Deshalb treten sie, wie auch andere katholische Frauen-Gruppierungen im deutschsprachigen Raum, während der Aktionswoche in den „Kirchenstreik“. Das bedeutet, dass sie beispielsweise keine Gottesdienste als Organistin oder Ministrantinnen begleiten und auch andere weibliche Hilfsdienste unterbleiben. Alle Gremien und Gruppierungen sowie der Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Miles, seien informiert. „Der Frauenkirchenstreik stellt keine Kritik an der Kirche vor Ort dar, vielmehr ist es an der Zeit, ein sichtbares Zeichen zu setzten, damit dringend notwendige Veränderungen in Gang kommen“, betont Silvia Wehrle. Sie hat die Initiative innerhalb der Seelsorgeeinheit angestoßen, nachdem sie von einer ebenfalls geplanten Aktion in Schriesheim erfahren hatte. „Es wäre schön, wenn möglichst viele Frauen mitmachen, wir lassen uns überraschen“, bemerkt Elisabeth Kohm.

Neben Mlynski, Wehrle und Kohm organisieren Hedwig Spratte, Cordula Beutner, Roswitha Legat und Kirsten Jeske die Aktionswoche in der Seelsorgeeinheit. Gebetet, gesungen und gefeiert wird an den Aktionstagen vor den Kirchen. Als sinnbildliches Zeichen der Erneuerung und Veränderung tragen die Initiatorinnen weiße Kleidung und legen weiße Tücher aus. „Wer sich mit unseren Forderungen und damit der Aktion Maria 2.0 solidarisieren möchte, kann gerne auch weiß gekleidet in die Kirche gehen, ein weißer Schal tut es aber auch schon“, erklärt Roswitha Legat.

„Austritt für uns keine Alternative“

Beklagt werden die vielen Missbrauchsfälle und die Vertuschung durch Amtsträger. Täter und alle, die Taten verschleiert haben sollen kein kirchliches Amt mehr ausüben dürfen und weltlichen Gerichten überstellt werden. Gefordert werden aber auch die Aufhebung des Pflichtzölibats und der Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern.

Die Kirchgänger werden auf Stellwänden informiert. Zu sehen sind darauf unter anderem Frauen mit zugeklebtem Mund, der symbolisiert, dass sie in der Kirchen-Hierarchie nichts zu sagen haben. Außerdem werden Unterschriften für eine Petition an den Papst gesammelt. „Die Kirche liegt uns am Herzen, und der Austritt ist für uns keine Alternative. Deshalb wollen wir Mut zu Veränderungen machen“, betonen die Frauen. fer