Edingen-Neckarhausen

Neu-Edingen Technik-Tag des Mercedes-Benz R/C 107 SL Automobilclubs

Für den Alltag sind die Autos zu schade

Regionale Treffen des R/C 107 SL- Automobilclubs sind meist mit Ausfahrten an sonnigen Tagen verbunden. Darunter gibt es aber auch solche, die rein technischer Natur sind und andere bei unfreundlichem Wetter. Kürzlich hatte man beides: Es trafen sich 25 Besitzer von Mercedes-Benz-Oldtimern zu einem „Technik-Tag“ auf dem Areal der Firma KFZ-Trezza in Neu-Edingen im Platanenweg.

Firmeninhaber Antonio Trezza, langjähriges Clubmitglied, lud zur alljährlichen, obligatorischen Frühjahrsdurchsicht der Oldtimer in seine Werkstatt. Verbunden ist damit in der Regel ein Technik-Vortrag von Meistern ihres jeweiligen Fachs. Eingeladen war dieses Jahr Gerhard Schulz aus Esslingen. Schulz (82 Jahre), ehemals hoch qualifizierter Spezialist bei Mercedes-Benz, brachte auch die Staatskarossen gekrönter Häupter wieder zum Laufen. Laut Aussage von Helmut Lange aus Walldorf, dem Gründer des hiesigen Regionaltreffs, ist er „die Koryphäe für Automatikgetriebe der zweiten und dritten Generation“. Damit seien die meisten älteren SL und SLC ausgestattet.

Wer ein solches Hobby pflegt, sollte auch das nötige Kleingeld haben. Für den weltweit nachweislich ältesten 107, den 350 SL mit dem Baujahr 1971 (Fahrgestellnummer 02) von Günter Lippick aus Weinheim, „sollte man locker bis zu 70 000 Euro in die Hand nehmen können“. Herbert Kiefer aus Eppingen, stolzer Besitzer eines roten 280 SL, Baujahr 1984, betont: „Für den Alltag sind unsere Fahrzeuge eigentlich zu schade.“ Aktueller Wert seines Oldtimers: etwa 40 000 Euro.

5000 Mitglieder

Rund 5000 Mitglieder in ganz Deutschland zählt nach Aussage von Ernst Schwefel aus Wehyer der R/C 107 SL-Club. R bedeutet Roadster, C steht für Cabriolet, und „107“ bezeichnet die Baureihe, die zwischen 1971 und 1989 vom Band lief. Unterteilt ist der Club in 50 nach Postleitzahlen unterteilten Regionaltreffs (RT). Der einheimische RT 69 Kurpfalz hat seinen Sitz in Walldorf, und Schwefel ist der Leiter. Die Fahrzeuge mit dem H-Kennzeichen sind alle über 30 Jahre alt. Größtes Augenmerk wird auf den Originalzustand des Fahrzeugs gelegt. Drum finden nur originale oder original-identische Ersatzteile Verwendung. Nicht ganz billig, aber unabdingbar für Fahrzeuge, die nicht selten Geldanlagen sind. „Der technisch einwandfreie Zustand ist dabei das Wichtigste. Ganz im Sinne der Umweltvorschriften“, bekundet Trezza.

Behrian Sahin mit Ehemann Hakan und einem alten 500 SL aus Wiesloch angefahren, freute sich über „die gelungene Veranstaltung und diesen tollen Verein mit sehr herzlichen Menschen.“ Nachdem alle Durchsichten getätigt waren, fuhren die stolzen Eigentümer ihre „Schätzchen“ wieder in die heimatlichen Garagen. mic