Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Gesangverein feiert sein 160-jähriges Bestehen in der Eduard- Schläfer-Halle / Viele Vereine aus der Umgebung gratulieren

„Fusion war die Grundlage für Zukunft“

Archivartikel

Nach der gelungenen Fusion zweier traditioneller Chöre im vergangenen Jahr feiert der Gesangverein 1859/1897 Neckarhausen sein 160-jähriges Bestehen. Zwei klassische Männerchöre, der MGV 1859 und die Germania 1897, waren einst der Ursprung. Zum Jubiläum waren 14 Chöre mit rund 400 Sängern zum Freundschaftsingen gekommen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen in der Eduard-Schläfer-Halle mit einem Festakt, musikalisch umrahmt vom Männer- und dem Kinderchor.

Nesthäkchen ist der Kinderchor

Die Eröffnung des Programmes wurde vom Männerchor mit dem Lied „Von guten Mächten“ übernommen. Die Begrüßungsansprache hielt Vorsitzender Sven Betzold. „Als ältester Verein in Neckarhausen ist der Gesangverein fester Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens unserer Gemeinde“, stellt der Vorsitzende fest: „Generationen von Mitgliedern haben den Verein durch Höhen und Tiefen gesteuert und sich dabei immer in den Dienst des Gesangs gestellt.“ Auch das Laienschauspiel wird seit Jahrzehnten gepflegt. Aktuell besteht der Verein aus drei Chören und zwei Theaterspielgruppen.

„Durch die Verschmelzung ist die Grundlage für die Zukunft gelegt“, ist sich Betzold sicher. Neben dem traditionellen Männerchor mit derzeit aktiven 55 Sängern gibt es die gemischte Formation „Rocks2gether“ mit fast 40 Aktiven, die aus Germania Rocks hervorgegangen ist. Nesthäkchen des Gesangvereins sind die zehn Mädchen und Buben des Kinderchores. Insgesamt zeigt sich der Verein mit rund 350 Mitgliedern gut aufgestellt.

Bürgermeister Simon Michler lobte bei seiner Festansprache den „modernen Verein trotz seiner langjährigen Tradition. 160 Jahre Gesangverein, das ist eine bemerkenswerte Zeitspanne, auf die Generationen von Sängern stolz zurückblicken können“, lobte der Schirmherr: „Mit der Fusion zu einem einheitlichen Gesangverein wurden die Weichen für eine erfolgreiche musikalische Zukunft in Neckarhausen gestellt.“ Seitens der Gemeinde überreichte er noch „eine Spende zum Jubiläum“.

Einen umfassenden Rückblick erfahren Interessierte durch eine eindrucksvolle Festschrift, die Christian Rosenzweig und Norbert Bozek „mit Herzblut“ (Michler) zusammengestellt haben. Bei dem gelungenen Werke wurde vorwiegend mit Bildern und grafischen Darstellungen gearbeitet. Der Rückblick auf die Historie zeigt die behördliche Genehmigung des Vereins durch das Großherzogliche Badische Bezirksamt von 1861 bis zu den ersten gemeinsamen Auftritten 2017 beider Männerchöre – kurz vor der Fusion. Inge Herold stellvertretende Vorsitzende des Kultur- und Heimatbundes zeigte sich „stolz auf so einen traditionsreichen Verein“. „Ohne Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre ein gesellschaftliches Leben in der Gemeinde nicht möglich“, betonte sie. Von ihr kam auch noch eine „herausgeschnitzte Spende“ des Heimatbundes.

Präsent für jeden Chor

Kleine Präsente erhalten die Freundschaft. Diesem Motto zufolge brachte jeder Verein ein Präsent zum Jubiläum mit. Die Neckarhäuser ließen sich aber auch nicht lumpen.“ Ihr habt auch den weitesten Weg gehabt“, bemerkte Moderator Thomas Zachler und überreichte der Edinger Sängereinheit als erstes eine kleine Aufmerksamkeit.

Der erste Teil des Freundschaftsingens wurde bestritten von: Sängereinheit 1867 Edingen, MGV Sängerbund 1875 Unter-Schönmattenwag, Chorgemeinschaft Volker Schneider, MGV 1863 Altenbach. Die Sängervereine kamen jeweils mit 20 bis 50 Personen angereist und boten einen repräsentativen Querschnitt des Chorgesanges. Die jeweiligen Gesangsleistungen wurden von dem sachkundigen Publikum auch dementsprechend gewürdigt.

Hoffnungsvoll für die Zukunft ist der Kinderchor, der in Kooperation mit der örtlichen Grundschule gerade erst angefangen hat und seinen ersten Auftritt hatte. Vier Jungen und drei Mädchen mit Chorleiter Walter Muth traten als krönender Abschluss des ersten Teils der Veranstaltung auf. Lautstarker Beifall war der Lohn ob der Darbietung. Das ging unter die Haut und zauberte den Kindern und den meisten Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht. Thomas Zachler bemerkte noch launig: „Haben sie Kinder oder Enkel, dann schicken sie sie zu uns. Mal was anderes als nur vor dem Computer sitzen.“ Anschließend unterhielt die Musikvereinigung Neckarhausen gekonnt bei einem Platzkonzert „Mit Blasmusik querbeet“ bis zum zweiten Teil des Freundschaftsingen die Anwesenden.

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