Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen UBL will Bürger zu Klein-Bauern machen

Gemüse für den Eigenbedarf

Salat, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten ernten, das können die Wenigsten. Denn neben Wissen und Zeit bedarf es dafür der nötigen Anbaufläche. Die Gemeinderatsfraktion der Unabhängigen Bürgerliste aus FDP/FWV (UBL) in Edingen-Neckarhausen möchte diese zusammen mit örtlichen Landwirten zur Verfügung stellen: In einem Projekt, das es Bürgern ermöglicht, selbst zum Erzeuger zu werden. Zur Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 18. März, beantragt sie hierfür eine Förderung durch die Gemeinde.

Vorbild ist der gemeinnützige Verein Mikro Landwirtschaft aus Mannheim, wie Fraktionsvorsitzender Klaus Merkle im „MM“-Gespräch erklärt. Der Verein ermöglicht Privatleuten, gemeinsam und mit fachlicher Unterstützung, Gemüse und mehr für den eigenen Bedarf anzubauen. Dank der Unterstützung örtlicher Landwirte könnte ein solches Projekt auch auf geeigneten Flächen in Edingen-Neckarhausen verwirklicht werden, führt Merkle aus. „Das wäre ein erster guter Schritt für eine Zusammenarbeit zwischen Menschen, die an Landwirtschaft interessiert sind, und den Landwirten selbst“, findet er. Auch für die örtlichen Bauern sei es wichtig, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Landwirte mit im Boot

„Das Voneinander-Lernen kann Verstehen und Verständnis zwischen Landwirten und Konsumenten verbessern“, heißt es in dem UBL-Antrag wörtlich. Auf den Parzellen könnten Einwohner „täglich die Möglichkeiten und auch die Herausforderungen in unserer Natur kennenlernen“.

Wie Georg Koch, Vorsitzender des Ortsbauernverbands Edingen, auf Nachfrage bestätigt, sind die örtlichen Landwirte bei dem Vorhaben „maßgeblich“ mit im Boot. „Für die gute Sache“ sei man bereit, eigene oder gepachtete Flächen aus der bisherigen Nutzung herauszunehmen und für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sind es nach dem UBL-Vorschlag gut 1,6 Hektar. „Wir wollen damit die Möglichkeit ergreifen, dass Bürger Natur selbst erfahren können“, sagt Landwirt Koch: „Das könnte auch das gegenseitige Verständnis fördern.“

Für die Infrastruktur der kleinteiligen Landwirtschaft braucht es laut UBL-Antrag allerdings eine Erstausstattung, etwa mit Gerätehütten. Geld dafür könnte nach Ansicht der Fraktion aus den im Haushalt eingeplanten Mitteln für den Klimaschutz stammen. Merkle rechnet mit einer Anschubfinanzierung von etwa 5000 Euro im laufenden Haushaltsjahr. Folgekosten sieht er auf die Gemeinde eher keine zukommen, allenfalls, wenn das Projekt ausgebaut würde – „das muss man mal abwarten.“

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