Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Das Thema Bauen und Wohnen beherrscht SPD-Flammkuchen-Veranstaltung zur Kommunalwahl

Genossen setzen auf eine örtliche Baugenossenschaft

Ist schon wieder Kerwe? Nein, in diesem Jahr lud der SPD-Ortsverein Edingen-Neckarhausen außerhalb der Tradition zum ersten von zwei Flammkuchen-Essen auf den Messplatz in Edingen ein. Flammkuchen schmeckt nicht nur bei der Kerwe.

Die SPD wollte interessierten Wählern die Gelegenheit geben, noch einmal mit den Kandidaten für die Kommunalwahl ins Gespräch zu kommen. Die Zahl von Besuchern blieb allerdings überschaubar. Hauptthema war der Komplex Wohnen und Bauen. Bezahlbares Wohnen und das Schaffen von Wohnraum steht dabei für die Genossen ganz oben. Patrick Hennrich, der zweite Vorsitzende, erklärt, dass es kaum noch Grundstücke für eine Nachverdichtung gebe. Wohnungen, die 700 bis 800 Euro Miete im Monat kosten, könnten sich Rentner oder junge Familien mit nur einem Einkommen kaum leisten. Also müsse an anderer Stelle Wohnraum geschaffen werden. Die ursprünglichen Pläne für Edingen-Südwest seien geschrumpft auf 24 Wohnungen und eine Tiefgarage mit zwei Abfahrten und 40 Stellplätzen. Hochgerechnet käme hier eine Wohnung auf 340 000 Euro, rechnet die SPD vor. Dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stünden zu viele Einzelinteressen entgegen, auch im Gemeinderat. Eine Entwicklung, die dem Interesse der Bevölkerung entgegen laufe. Der Erhalt der teils noch ländlichen Struktur der Gemeinde stehe im Widerstreit mit der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Charme des ruhigeren Lebens in der Gemeinde müsse in einem bestimmten Umfang dem Leben in der Region weichen. Und dazu gehöre eine angepasste Wohnkultur.

Die große Chance sehen Hennrich und der erste Vorsitzende Michael Bangert in der bevorstehenden Bebauung „Neckarhausen Nord“. Im Bereich der jetzigen Sportplätze könne ein zukunftsorientiertes Areal genutzt werden, für das es in Bayern schon verschiedene Vorreiter gebe. Hier könne ein Mehrgenerationen-Viertel entstehen. Eine Studie belege, dass Menschen im Alter nicht mehr bereit sind, ihren Wohnsitz mehr als 300 bis 400 Meter vom bisherigen Heim zu verlegen. In dem Quartier biete sich eine einmalige Chance, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen solle. Zudem gehöre das Gelände komplett der Gemeinde. Darin sieht die SPD eine Möglichkeit, langfristig etwas Positives für den Wohnungsmarkt zu entwickeln. Realisieren sollte das nach Meinung Bangerts eine Baugenossenschaft – eine aus Edingen-Neckarhausen. Nur so könnten die Kosten im Rahmen gehalten werden. Für die Gemeinde berge dies nur ein verhältnismäßig geringes Risiko.

Auch andere Themen wurden in den Gesprächen auf dem Messplatz aufgegriffen. Der Erlös aus dem Flammkuchenverkauf fließt in den Sozialfonds der Gemeinde. dithu