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Gestalten statt blockieren

Archivartikel

Hans-Jürgen Emmerich zum Projekt Radschnellweg

Die Tinte auf den Plänen ist noch nicht richtig trocken, da wird schon munter über den geplanten Radschnellweg zwischen Mannheim und Heidelberg diskutiert. Das Regierungspräsidium gibt sich alle Mühe, um das Pilotprojekt des Landes zu einem Erfolg werden zu lassen, und dazu gehört auch eine Beteiligung der Bürger. Ob per Mausklick im Internet oder mit Zettel und Papier vor Ort: Jeder kann sich mit seinen Anregungen und Vorschlägen einbringen. Diese Art der Beteiligung ist vorbildlich.

Aus ihrer Ortskenntnis heraus können Bürger den Planern wertvolle Hinweise geben, die sonst verborgen blieben. In diesem frühen Stadium der Planung sind Änderungen an der Trasse und an Anbindungen noch gut möglich. Was das Land allerdings ausklammert, ist eine Diskussion über das Für und Wider des Radschnellweges an sich. Die politische Entscheidung für das Pilotprojekt ist nämlich in Stuttgart längst gefallen. Insofern ist es verständlich, wenn manche Bürger die Art der Beteiligung kritisieren. Das ist ein wenig so, als würde man ein Kind fragen, ob es Honig oder Marmelade aufs Brot will. Ganz auf das Brot verzichten kann das Kind aber nicht.

Fest steht: Der Radweg mit der Bezeichnung Landesstraße 9000 wird gebaut. Die Bürger können mitgestalten, und das sollten sie auch tun. Konstruktive Vorschläge können das Projekt zu einem Erfolg werden lassen. Was nicht weiter hilft, sind Forderungen nach einer Trassenführung möglichst weit weg vom eigenen Haus. Dieses Floriansprinzip („Schütz unser Haus, zünd’ Nachbars an“) verhindert letzten Endes jedwede Form der Entwicklung, und das kann niemand wollen.

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