Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Linke Sammlungsbewegung kämpft gegen Ausgrenzung von Menschen

Gruppe „Aufstehen“ will sich einmischen

Sie haben keinen Vorstand und keine Mitglieder, sie wollen sich einfach nur einmischen: Mit einer Veranstaltung im Friedrichshof hat sich in Edingen-Neckarhausen eine örtliche Gruppe der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ gebildet. Knapp 20 Besucher waren dazu gekommen, wie Herbert Henn im Gespräch mit dem „MM“ berichtet. Örtliche Parteien und Wählergruppen seien allerdings nicht vertreten gewesen.

„Es waren auch neue Gesichter dabei“, freut sich Henn über die Mischung. Als Gast war Bernd Schuhmacher eingeladen, der Vorsitzende der Industriegewerkschaft BCE Ladenburg/Rhein-Neckar. Er sprach laut Henn über gesellschaftliche und sozialpolitische Themen. Danach sei es unter den Gästen zu einer lebhaften Diskussion gekommen. „Zu unserer großen Freude, denn eine Plattform für Gesprächsrunden zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu bieten, ist eines unserer wichtigsten Anliegen“, erklärt Henn.

„Menschen werden an den Rand gedrängt“, klagt er, prangert eine soziale Ausgrenzung an. „Wir wollen eine Initiative starten, um die Menschen zurückzuholen“, kündigt Henn an. Mehr als 80 Einwohner der Gemeinde seien offiziell Bezieher von Sozialleistungen nach Hartz IV, die Dunkelziffer liege aber wohl deutlich höher. Hier will die Gruppe „Aufstehen“ ansetzen und sehen, was sich machen lassen. Ein erstes Arbeitsgespräch zu diesem Thema soll im Mai stattfinden. Die Gemeinde stelle dafür einen Raum im Rathaus zur Verfügung, wie Henn dankbar vermerkt.

Auch Kleinigkeiten helfen

Ideen gibt es schon eine ganz Reihe. Dabei denken Henn und seine Mitstreiter oft nur an Kleinigkeiten. So könne die Gemeinde ihre Einrichtungen wie Freizeitbad oder Bücherei Menschen am Existenzminimum kostenlos zur Verfügung stellen. Auch in anderer Hinsicht will sich die Gruppe einmischen. Als Beispiel nennt Henn das Thema Wasser und fordert genauere Untersuchungen: „Was trinken wir da eigentlich?“

Aber auch das Thema Verkehr liegt ihm am Herzen. Er beklagt eine zugeparkte Hauptstraße, Parkplatzsuche wie in der Großstadt und Staus durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schultür bringen. Deshalb stehen ganz oben auf der Agenda der Gruppe Diskussionsabende „zu Themen, die die Parteien nicht aufgreifen“.

In den Kommunalwahlkampf will sich Aufstehen ebenfalls einmischen. Am 17. Mai plant die Gruppe einer Befragung von Kandidaten aller Partien und Wählergruppen, die sich um Mandate im Gemeinderat bewerben. „Wenn das Wetter mitspielt, gehen wir dazu auf die Treppe am Rathaus in Edingen“, kündigt Henn an. Denn verstecken wollen sich die streitbaren Bürger nicht.

Und wie finanziert sich „Aufstehen“ vor Ort? „Bei unseren Veranstaltungen stellen wir eine Spendendose auf“, erklärt der Sprecher. Die Gruppen in Heidelberg und Mannheim hätten das auch geschafft, gibt sich Henn optimistisch: „Hier im Ort ist das viel einfacher als in der Stadt. Man kennt sich und man hilft sich.“

Die nächste Gelegenheit, Sorgen (und Spenden) loszuwerden, haben die Bürger beim Treffen am heutigen Donnerstag, 11. April, um 19.30 Uhr im Friedrichshof in Edingen. Als Ansprechpartner steht Henn unter der Mobilnummer 0151/40 43 54 69 zur Verfügung.

Info: www.aufstehen-edingen- neckarhausen.de