Edingen-Neckarhausen

Edingen Serie „Bankgeheimnis“: Die Sängereinheit trifft sich im Vereinsheim Friedrichshof / 20 Jahre Frauenchor

Hier werden Pläne geschmiedet

Archivartikel

Bänke haben eine magische Anziehungskraft. Einfach mal hinsetzen und mit den Leuten ins Gespräch kommen oder im Kreis Gleichgesinnter die Geselligkeit pflegen. Solche Sitzgelegenheiten gibt es im Vereinsheim Friedrichshof, wo sie regelmäßig von den Mitgliedern der Sängereinheit genutzt werden.

„Nach unserer Singstunde sitzen wir gerne noch ein wenig auf den Bänken in der Gartenwirtschaft zusammen“, verraten Erika Keller und Elisabeth Müller. Mit dem neuen Führungs-Duo der Sängereinheit Edingen setzen wir unsere Serie „Bankgeheimnis“ fort.

„Wenn das Wetter so mitmacht wie jetzt, dann ist es doch herrlich, hier draußen unter einem Rebendach auf der Bank zu sitzen“, schwärmt Erika Keller von der begrünten Oase mitten im Dorf. Da schmecken das Bierchen oder der Trollinger nach der Singstunde noch mal so gut.

Die Sängereinheit, Edingens ältester Verein, pflegt seit 152 Jahren den Chorgesang. Dass der einst reine Männerchor jetzt von einem weiblichen Vorstands-Team geleitet wird, zeigt den Wandel in der Denk- und Chorstruktur. „Ich bin im klassischen Sinne gar kein Vereinsmensch, aber in den zwölf Jahren, in denen ich im Frauenchor mitsinge, habe ich den Verein als harmonische Gemeinschaft schätzen gelernt“, erzählt Erika Keller.

Als dann absehbar gewesen sei, dass der Vorstands-Posten nach dem Rückzug von Herbert Jung als langjährigem und engagiertem Vorsitzenden unbesetzt bleiben und die Sängereinheit einer ungewissen Zukunft entgegensteuern würde, habe sie sich bereit erklärt, für den Vorstandsposten zu kandidieren. „In den langen Jahren seines Bestehens wurde im Verein immer mit viel Herzblut gearbeitet, das ist ein Vermächtnis, das es nach Möglichkeit zu bewahren und fortzuführen gilt“, ist die gebürtige Westerwälderin überzeugt. Nach ihrem Ingenieur-Studium in Mannheim blieb sie sozusagen hier hängen und wohnt nun seit fast 40 Jahren in Edingen.

„Wenn Erika die erste Vorsitzende macht, dann mache ich die zweite, im Team arbeitet es sich besser“, beschloss Elisabeth Müller. Die Edingerin ist seit langem mit dem Chorgesang verbunden. Schon als 14-Jährige sang sie mit beim örtlichen katholischen Kirchenchor, später schloss sie sich dem ASB-Frauenchor Neckarhausen an, in dem sie bis heute aktiv ist, und zu guter Letzt kam der Frauenchor der Sängereinheit dazu.

„Mein Vater Blasius Hoffer sang über 60 Jahre in der Sängereinheit, das verbindet“, weiß Müller. Außerdem habe sie schon immer gerne Verantwortung übernommen, das sei auch in ihrer Zeit als Gemeinderätin so gewesen.

Jugend-Ensemble geplant

Der vor 20 Jahren gegründete Frauenchor der Sängereinheit wurde mit der Zeit so etwas wie das Lebenselixier des Vereins. Die Damen sind nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Altersstruktur besser aufgestellt als die Herren. Die rund 15 aktiven Sänger sind als Chor zwar noch singfähig, bei größeren Auftritten treten die Damen und Herren aber zumeist vereint als gemischter Chor auf, oder die Sängerinnen bleiben im Frauenchor unter sich.

„Singen befreit,und die Last des Tages verliert deutlich an Gewicht“, sind die beiden überzeugt und fügen an: „Außerdem hört man beim Chorgesang auf einander, was nicht nur das Ohr, sondern auch die sozialen Fähigkeiten schult.“

Damit die Sängereinheit auch künftig „vielstimmig“ aufgestellt ist, denkt man an die Gründung eines eigenen Jugendchors. „Nach den Sommerferien wollen wir uns dieser Aufgabe verstärkt stellen. Unsere Chorleiterin Peny Bauer soll künftig auch diesen Chor leiten“, kündigte Erika Keller an. In früheren Jahren existierte schon mal ein Kinderchor , doch dann sei das Ganze leider eingeschlafen. Jetzt wolle man einen Jugendchor mit singfreudigem Nachwuchs ab circa 14 Jahren aufbauen und mit entsprechend moderner Chorliteratur bei der Stange halten, ergänzt Elisabeth Müller.

Als nächstes steht aber erst einmal das Sommerfest der Sängereinheit am 27. Juli vor dem Vereinsheim auf dem Programm. Wenn das Wetter mitspielt, stellt auch der gemütliche Treff im Ortskern eine „sichere Bank“ in der Beliebtheit bei den Besuchern dar.