Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Der Bauerngarten von Hiltrud und Erich Ding in der Speyerer Straße ist ein kleines Paradies / Die ganze Familie verfrachtet Pflanzen ins Winterquartier

Im Hof überrascht ein Blütenmeer

Von unserer Mitarbeiterin

Hannelore Schäfer

"Das ist ein richtiges Paradiesgärtchen, da geht einem das Herz auf. Schön, dass es so etwas noch gibt." So schwärmt eine Gartenfreundin, die einen kurzen Stopp in der Speyerer Straße 57 einlegt. Ein Blick in den Hof und angrenzenden Garten von Erich und Hiltrud Ding lässt Blütenträume wahr werden. In großen Töpfen gedeihen die verschiedensten Kübelpflanzen, der Bauergarten präsentiert sich ebenfalls bunt und vielfältig. Hier wachsen aber nicht nur Blumen, auch diverse Gemüsesorten bevölkern die Beete.

Über 20 Sorten Gemüse

"Ein Bauerngarten ist dazu da, um über Sommer satt zu werden und über Winter nicht zu verhungern", lautet das Credo von Hiltrud Ding. Über 20 Sorten Gemüse gedeihen auf der eigenen Scholle. Stangenbohnen, Brokkoli, Gurken, Zucchini Lauch, Salat, verschiedene Kohlsorten und manch anderes mehr "schießt hier ins Kraut".

Sehr zum Leidwesen von Erich Ding umschwärmte die weiße Fliege den Rosenkohl. Er sagte dem Schädling mit einer Mixtur aus Rapsöl, Schmierseife und Wasser den Kampf an. "Mit mäßigem Erfolg", wie seine Frau verrät. Die Gartenarbeit teilt sich das Ehepaar. Er hackt und richtet die Beete her, sie sät gerne. Dazu zählt in dieser Jahreszeit der Feldsalat, eine wohlschmeckende Vitamin-C-Bombe für den Winter. Feldsalat, Lauch und Rosenkohl kann Väterchen Frost nichts anhaben. Rot- und Weißkohl sowie Winterkohlrabi werden in den Beeten eingeschlagen, während unter anderem Sellerie, Rote Beete und Karotten in den Keller wandern.

"Wir essen an Gemüsen und Salaten hauptsächlich das, was bei uns wächst, und davon profitieren wir auch im Winter", erzählt Hiltrud Ding. Bis vor einigen Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann noch auf den Feldern geackert. Inzwischen betreiben sie die Landwirtschaft zwar im Nebenerwerb, aber der Kreislauf von Säen und Ernten bestimmt weiterhin ihren Jahresrhythmus.

Dazu zählt auch das Einkochen von Marmelade aus den Obstsorten, die der Garten hergibt. "Ich habe rund 250 Gläser eingekocht, in deren Genuss auch Freunde und Bekannte kommen", verrät Hiltrud Ding. Aber nicht nur das Eingekochte, auch das Eingetopfte hat in Form von Ablegern seine Fans. "Kübelpflanzen sind mein Hobby, das meiste ist selbst gezogen. Es macht mir Spaß, die Pflanzen zum Blühen zu bringen", bekennt die Frau mit dem grünen Daumen.

Im geräumigen Hof rankt sich vieles zusammen. Kräftige Engelstrompeten, ein mächtiger Korallenstrauch, Oleander in vielen Farben, Hibiskus, Fuchsien, Bleiwurz und so manches mehr, was hier wächst, blüht und gedeiht, sorgt für ein sagenhaftes Blütenmeer. Besonders stolz ist die Pflanzenfreundin auf ihre Brautmyrte: "Die habe ich aus einem kleinen Töpfchen gezogen. Jetzt ist der Strauch über eineinhalb Meter hoch."

Reibt man die Blätter der Myrte ein wenig, dann verströmen sie einen angenehmen Duft. "Das sind ätherische Öle", weiß Hedda Küttner, die gerne mit Hiltrud Ding fachsimpelt. Manche der großgewachsenen Pflanzen wurden der passionierten Gärtnerin auch "vererbt". Ihre Besitzer hatten oftmals nicht die nötige Geduld, anderen fehlte der Platz, und da hieß es schon mal: "Hiltrud, nimm Du sie" - und die legt Wert auf die namentliche Abstammung ihrer Schützlinge. So gesellt sich unter anderem ein Oleander Bittorf zum Oleander Sauer, und die beiden Schmucklilien namens Schneider entwickelten erst unter den ihren Händen Blühlaune.

Die ganze Familie hilft

Klar, dass das "Paradiesgärtchen" viel Arbeit macht. Ausgiebiges Gießen zählt im Sommer zur täglichen Pflichtübung. Und wenn die kalte Jahreszeit naht, muss die florale Menagerie ins Winterquartier. "Da hilft die ganze Familie zusammen, in einem halben Tag ist die Sache dann erledigt", berichtet Erich Ding. Bis dahin ist aber hoffentlich noch ein bissel Zeit. Auch die Pflanzen, darunter echte Südländer, erwärmen sich gerne an einen "Altweibersommer".