Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Seniorenausschuss befasst sich mit möglicher Bebauung der Brachfläche an der Straße „Hinter der Kirche“

Investoren stellen Ideen für Wohnen im Alter vor

Archivartikel

Die Gemeinde Edingen-Neckarhausen will zusätzliche Wohnmodelle im Alter schaffen. Was Bürgermeister Simon Michler zuletzt beim Neujahrsempfang angekündigt hatte, steht in der kommenden Woche auf der Tagesordnung des Seniorenausschusses. Im Kern geht es dabei um den Bau von seniorengerechten Wohnungen.

Das Grundstück, das dafür in Frage kommt, befindet sich an der Straße Hinter der Kirche und gehört der Gemeinde. Das Gelände ist derzeit unbebaut und hat eine Fläche von rund 1900 Quadratmetern. Ein entscheidender Vorteil liegt in der zentralen Lage mitten im Ort, in unmittelbarer Umgebung befinden sich ein großer Vollsortimenter, die evangelische Kirche und in Kürze auch das neue evangelische Gemeindehaus, dessen Bau in diesem Jahr beginnen und im kommenden fertiggestellt sein soll. Außerdem zählt der EDI-Wohnpark (Service-Wohnen & Pflege mit 54 Einzel- und sieben Doppelzimmern sowie fünf Pflegewohnungen) zu den Nachbarn.

Bevor an dieser Stelle ein Projekt für Senioren umgesetzt werden kann, muss allerdings erst einmal das Baurecht geschaffen, also der Bebauungsplan geändert werden. Denn aktuell ist das Gemeindegrundstück als Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung „Kindergarten/Kindertagesstätte“ festgesetzt. „Eine mehrgruppige Kindertagesstätte ist auf dem Grundstück nicht realisierbar“, erläutert Michler. Außerdem entsteht bekanntlich gerade im Friedhofsweg eine neue Kita.

Stellplätze sollen bleiben

„Es ist daher vorstellbar, das Grundstück künftig anderweitig zu verwerten und aufgrund der bereits vorhandenen Strukturen eine Einrichtung oder anderweitige Wohnform für Senioren zu realisieren“, heißt es in der Vorlage. Dies erfordere aber die Änderung des Bebauungsplans, die im beschleunigten Verfahren erfolgen könnte. Derzeit befinden sich auf dem Grundstück kostenlose, öffentliche Stellplätzen für etwa 24 Autos. Diese sollen in ihrer bisherigen Anzahl auch dann erhalten bleiben, wenn das Seniorenwohnprojekt zum Tragen kommt. „Verschiedene Anbieter haben ihr Interesse daran bekundet“, berichtet Michler. Details kennt er – wie die Ausschussmitglieder – selbst noch nicht: „Ich lasse mich überraschen.“

In der Sitzung des Seniorenausschusses werden drei mögliche Investoren ihre Ideen präsentieren, nämlich die Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH Bauträgergesellschaft, das Deutsche Rote Kreuz (Kreisverband Mannheim) sowie die Pro Concept AG Mannheim. Ein Verkauf des Geländes noch 2020 sei nicht geplant, aber denkbar, sagt Michler.

Hintergrund der Überlegungen ist unter anderem die Altersentwicklung der Bevölkerung. Seit 2005 hat sich die Zahl der Einwohner im Alter von 65 Jahren und älter um rund 15 Prozent erhöht. Bis 2035 rechnet das statistische Landesamt in einer Prognose mit einem weiteren Zuwachs auf mehr als 3900 Bewohner jenseits der 65 (plus 16 Prozent).

Die von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) in die Diskussion gebrachte Idee „Jung kauft alt“ nach dem Vorbild der ostwestfälischen Gemeinde Hiddenhausen setzt voraus, dass alte Menschen angemessenen Wohnraum für ihre Situation finden, damit sie im Gegenzug ihre seitherigen Wohnungen oder Häuser für junge Familien mit mehreren Personen freimachen können.

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