Edingen-Neckarhausen

„Jede Forderung ist berechtigt“

Harald Hofmann über den Leitbildprozess in Edingen-Neckarhausen

Harald Hofmann, Dialog-Coach aus Viernheim, hat den Leitbildprozess in Edingen-Neckarhausen in den vergangenen zwei Jahren begleitet.

Herr Hofmann, wie ist der Leitbildprozess in Edingen-Neckarhausen aus Ihrer Sicht verlaufen?

Harald Hofmann: Es war ein sehr interessanter Prozess. Unter anderem, weil das grünste Leitbild entstand, das ich bisher begleitet habe. Das Thema ist eben sehr aktuell. Alle Gruppen haben sich in irgendeiner Weise mit Umwelt- und Klimaschutz befasst, nicht nur die Gruppe „Naturräumliche Gestaltung“. Natürlich darf man bei manchen Punkten fragen, wie realistisch sie sind. Aber jede einzelne Forderung hat ihre Berechtigung.

Bei welchen Themen war es am schwierigsten, zu einem Ergebnis zu kommen?

Hofmann: Schwierige Punkte waren der Flächenverbrauch oder die zukünftige Rolle der Landwirtschaft. Aber auch Themen wie Tempolimits, Lärm oder Lichtverschmutzung. Das alles wird sicher auch weiterhin im Gemeinderat zu interessanten Diskussionen führen. Aber ich sehe das positiv: Selbst wenn es teilweise sehr starke Forderungen sind, können und sollen sie ja gerade dazu führen, dass die Politik sich mit den Wünschen der Bürger auseinandersetzt.

Wozu dient das Leitbild dann überhaupt, wenn vieles davon am Ende nicht umsetzbar ist?

Hofmann: Es geht ja nicht nur um das gedruckte Ergebnis. Bürger, die sich im Leitbildprozess engagieren oder sich jetzt damit befassen, erkennen die Konflikte und Schwierigkeiten, vor denen auch Gemeinderäte oder die Verwaltung stehen. Weil sie alle Bereiche sehen müssen: Ich kann zum Beispiel nicht nur etwas für die Jugend machen, sondern muss auch an die Senioren denken. Und ich kann nicht nur etwas für den Verkehr tun, sondern muss auch die Umwelt schützen. Der Leitbildprozess dient auch dazu, darüber in den Austausch zu kommen. agö

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