Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Integrationsausschuss tagt in der neuen Wohnanlage für Flüchtlinge / Viele Bürger besichtigen Unterkunft

Jetzt braucht das Kind nur noch einen Namen

Wenige Tage, bevor die ersten Bewohner einziehen, haben etliche Bürger am Montag einen Blick in die neue Unterkunft in der Mannheimer Straße geworfen. Bis zu 100 Flüchtlinge sollen hier eine Bleibe finden. 140 Männer, Frauen und Kinder muss die Gemeinde Edingen-Neckarhausen im Laufe des Jahres unterbringen, wie Bürgermeister Simon Michler bei der öffentlichen Sitzung des Integrationsausschusses im Gemeinschaftsraum der Einrichtung erklärte.

Drei Familien, die bereits in der Gemeinde leben, sollen zuerst einziehen, wie die Integrationsbeauftragte Sina Montassere mitteilte. Weitere 20 Bewohner seien der Gemeinde bereits vom Rhein-Neckar-Kreis zugeteilt worden. Sie stammten aus Kamerun, Afghanistan, Pakistan und Syrien. „Das Landratsamt stellt die Listen mühsam so zusammen, damit die Bewohner gut zusammenpassen“, erklärte sie weiter.

„Die Unterkunft wird bis Ende Juni belegt sein“, kündigte Michler an. Warum der Zeitplan so eng ist, erläuterte er auf Nachfrage von Gemeinderat Dietrich Herold. Für die Unterbringung erhalte die Gemeinde eine jährliche Kopfpauschale von 1125 Euro, über die Schlüsselzuweisungen erwarte man weitere 1400 Euro pro Einwohner und Jahr. Stichtag sei dafür jeweils der 30. Juni. Deshalb solle der Einzug möglichst bis zu diesem Termin abgeschlossen sein.

Noch immer unklar ist, ob und wieviel Zuschuss die Gemeinde für den Bau der Unterkunft erhält. Michler setzt nach wie vor auf eine Zuweisung. Bei Baukosten von rund drei Millionen Euro gehe es um einen hohen sechsstelligen Betrag, sagte Michler, der mit einer Größenordnung von 700 000 bis 800 000 Euro rechnet.

Michler lobt Qualität

„Wir haben nachhaltig gebaut“, erklärte Michler zu der Einrichtung in der Nachbarschaft des Sport- und Freizeitzentrums. Dank einer guten Wärmedämmung seien die Gebäude auch ohne Klimaanlage im Sommer angenehm kühl und im Winter relativ preiswert zu beheizen. Sein Fazit: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.“

Nach wie vor offen ist, welchen Namen die Wohnanlage tragen soll. Dietrich Herold, der sich auch im örtlichen Bündnis für Flüchtlingshilfe engagiert, brachte als Namensgeber Nelson Mandela ins Gespräch. „Seinen Namen kann man aussprechen, und er hat in Südafrika Apartheid in Demokratie umgewandelt“, sagte er zur Begründung. Ein friedliches und soziales Miteinander solle auch hier möglich sein.

Herold zeigte sich aber offen für andere Vorschläge. Mehrere wurden noch in der Sitzung vorgetragen, darunter „Haus der Ankunft“ und „Zum Windbusch“. Weitere Ideen können bei der Gemeinde eingereicht werden, die einen Wettbewerb zur Namensfindung plant. Ein solches Verfahren hatte in jüngster Vergangenheit der neuen Kita in Edingen zu der Bezeichnung „Neckar-Krotten“ verholfen.

Info: Fotostrecke von der Unterkunft: www.morgenweb.de/edingen

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