Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Zeltlager aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr mit Gästen aus Plouguerneau

Junge Franzosen feuern mit an

„Wo wir sind, ist oben“, hieß es auf einem Plakat der Jugendfeuerwehr. Beim Pfingstzeltlager des Feuerwehr-Nachwuchses waren die jungen Leute in ihrem Element. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Edingen-Neckarhausen fand das Zeltlager dieses Mal auf dem Schulsportgelände der Edinger Pestalozzihalle statt. Zu den Gästen zählten auch junge Feuerwehrleute aus der Partnergemeinde Plouguerneau, die sich mit ihren Edinger-Neckarhäuser Feuerwehrkollegen ein großes Zelt teilten.

„In das Zeltlager investierten wir mehrere Monate an Planungs- und Vorbereitungszeit“, erklärte Jugendwart David Heid: „Deshalb haben wir in diesem Jahr unseren Tag der Sicherheit ausfallen lassen.“ Am fünftägigen Event nehmen 180 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren aus Altenbach, Schriesheim, Ladenburg, Dossenheim, Heddesheim, Ilvesheim sowie Edingen-Neckarhausen und Plouguerneau teil.

Auf dem Sportgelände hinter der Schule wurde am Donnerstag mit dem Aufbau einer kleinen Zeltstadt begonnen. Jedes Team hatte sein eigenes Zelt plus Innenleben mitgebracht. „Wir haben unseren Bollerwagen selbst gebaut und sogar mit dem Altenbacher Ortsschild versehen“, zeigten die Zwillingsbrüder Leon und Andre Michelhans stolz auf ihr Gefährt, das zum „Geschirrwagen“ wurde.

Geschirrspülen im Freien

Klar, dass die Jugendfeuerwehren keinen unnötigen Müll in Form von Wegwerf-Geschirr produzieren wollten und deshalb die Teller samt Besteck zur Spülstation unter freiem Himmel gekarrt wurden.

Nicht ganz so sauber wie beim Geschirrspülen ging es bei der „Taufe“ zu, die auch als „Einweihung“ bezeichnet wird. Die festgehaltenen Lager-Neulinge bekommen da schon einmal eine Packung Schlamm, Erde oder anderes „Schmiermaterial“ von ihren eigenen Kollegen ab. Nach dieser ebenso schmutzigen wie lustigen Prozedur sind sie dann fest in den „Stamm“ aufgenommen.

Ansonsten war man aber über die eigene „Stamm-Mannschaft“ hinaus unterwegs. „Man begegnet hier Leuten, die man das Jahr über nicht sieht und schließt neue Freundschaften“, gewann der Ladenburger Paul Zips dem Lagerleben ebenfalls die positiven Seiten ab.

Eröffnet wurde das Pfingstzeltlager durch Entfachen des Lagerfeuers, mit dem man gleichsam die Flamme der Begeisterung lodern ließ. Am Lagerfeuer zu sitzen vermittelt eben auch im Internet-Zeitalter Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Bereits um sechs Uhr früh stand Feuerwehr-Kommandant Stephan Zimmer auf der Matte, um beim Herrichten des Frühstücks zu helfen.

„Nachdem die Abteilungen beider Wehren am 1. Januar 2019 ganz offiziell fusioniert haben, wurde die Jugendfeuerwehr gleich mit fusioniert“, erklärte der Kommandant. Beide ehemals eigenständigen Jugendfeuerwehren wurden 1969 gegründet. „In Edingen waren Herbert Rackwitz und in Neckarhausen Werner Hirsch die Initiatoren“, informierte der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Edingen-Neckarhausen, Jeremy Eckstein. Zwischenzeitlich zeigen auch viel mehr Mädchen Interesse an der Jugendfeuerwehr, als dies in den Anfangszeiten der Fall gewesen sei.

Eigens zum Jubiläum war auch der Feuerwehr-Nachwuchs aus Plouguerneau angereist. „Wir konnten nur über das Pfingstwochenende hier sein, wir haben in Frankreich keine Schulferien“, erklärte Jugendwart Jacques Merien. Seine Truppe war zum ersten Mal in Edingen-Neckarhausen. Die Organisation sei „formidable“ und die Verpflegung „tres bien“ gewesen. „In Zukunft werden wir öfter hier sein“, versprach der Bretone.

Bei den Siegerehrungen zum Abschluss der Rallye, mit verschiedenen Anlauf-Stationen in der Gemeinde sowie des Völkerball-Turniers wurden noch Pokale und Urkunden an die Sieger-Teams vergeben, die jeweils in voller Mannschaftsstärke angetreten waren. fer

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/Edingen