Edingen-Neckarhausen

Edingen Kälble feiern Schlachtfest am neuen Heim

Karnevalisten lassen den Wurstkessel brodeln

„So viel Zuspruch hatten wir noch nie, die Premiere kam bestens an“, freute sich der Elferrats-Präsident der Edinger Kälble, Kevin Hockenberger. Neben dem Schlachtfest mit Wellfleisch frisch aus dem Kessel hatte vermutlich auch die Neugier auf das Gelände mit dem neuen Vereinsheim Besucher in Scharen gelockt. Noch ist das Kälble-Domizil unweit der Edinger Kleintierzuchtanlage nicht fertig, im Sommer soll es aber soweit sein.

„Do drauße isses richtig schee“, fand auch Manfred Müller. Der Friedrichshof-Wirt hatte ebenso wie zahlreiche andere Gäste auf den Bänken Platz genommen. Zwar liegt das ehemals unvollendete Vereinsheim der Taubenzüchter und jetzige Kälble-Domizil mehr an der Peripherie und nicht so zentral wie das bisherige, dafür ist es von viel Grün umgeben. Die Räumlichkeiten konnten zwar noch nicht genutzt werden, aber dank Wetterglück wurde das Schlachtfest zu einer gelungenen Freiluftveranstaltung.

Auch der Schlachtkessel dampfte im Freien. „Wir haben alles unter die Leute gebracht“, ließ Wirtschaftsminister Dieter Schroth wissen. Er hatte schon am frühen Morgen den Kessel angeheizt und vor Ort das Wellfleisch gekocht. Ob die begehrte Schnut oder doch lieber das zartfleischige Bäckele, ob mageres oder durchwachsenes Wellfleisch, jeder bekam seine Lieblingsstücke aus dem Wurstkessel gefischt. Klar, dass das Borstenvieh „kopflastig“ war. „Jedes Schwein hat nun mal nur einen Kopf, daher haben wir von den begehrten Teilen noch einiges hinzugekauft“, erklärte Dieter Schroth. Er hatte im Vorfeld des Schlachtfestes wieder eifrig gewurstelt.

In der Wurstküche von Kälble-Senator und Landwirt Helmut Koch ging es fachmännisch zu Werke. Neben Wellfleisch sowie Grieben- und Leberwürstchen wurden auch Bratwürste vorbereitet. „Noch nicht mal zum selber essen war ein Paar übriggeblieben“, erzählte Kälble-Vorsitzender Stefan Specht vor leerem Bratwurst-Rost. Der Kälble-Chef ist ein versierter Bratwurst-Griller und Meister an der Pommes-Fritteuse.

Aber auch wenn kein Schwein gebrüht wird, sind die Kälble fleißig am Schaffen. Bislang wurden fast 7000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. „Ohne diese Eigenleistung könnten wir das Ganze finanziell nicht stemmen“, ist Kevin Hockenberger überzeugt. Ganz ohne Firmen geht es trotzdem nicht. „Bei der Elektrifizierung unseres Heims wollen wir natürlich auf Nummer sicher gehen. Anfang Mai kommt ein Gipser für die Innenputzarbeiten, dann sind wir ein großer Schritt weiter“, berichtet der Präsident.

Nach der Fertigstellung wollen die Karnevalisten zu einem sommerlichen Einweihungsfest einladen, davor steht aber erst einmal das Spargelessen an. Der zweite kulinarische Klassiker der Karnevalisten nach dem Schlachtfest findet ebenfalls auf dem neuen Vereinsgelände statt. fer