Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Kerwe geht nach drei Tagen zu Ende / Viktoria-Chef Hertel wünscht sich weitere Mitstreiter

Kehraus bei Knöchel und Roggenbier

„Die Kerwe war echt gut gelaufen und mit dem Ausklang sind wir auch vollauf zufrieden“, bilanzierte Viktoria-Chef Tobias Hertel. Die Viktorianer sind die Hüter des Kerwe-Brauchtums in Neckarhausen. Sie sorgten am Montagabend auch für den Kerwe-Kehraus.

Zum Ausklang der Neckarhäuser Kerwe gab die Band „LA-Blues-Connection“ auf dem Schlossvorplatz den Ton an. „Blues hat nichts mit Niedergeschlagenheit oder Trauer zu tun, er umfasst alle Stimmungs- und Lebenslagen“, erklärt der Frontmann der Formation, Hans Schmitt. Mit der neuformierten Band will der Musiklehrer an der Ladenburger Musikschule vor allem regional unterwegs sein. Neben ihm zählen Keyboarder Matthias Schlucker, Gitarrist Andy „Doc“ Kraus und Schlagzeuger Jochen Schmitt zur Band.

Für ihn als Neckarhäuser sei es doch toll hier zu spielen, um die Kerwe musikalisch und damit auch kulturell zu bereichern, betonte Schmitt. Die Zuhörer waren jedenfalls begeistert von der Band, die Musiker-Größen wie Eric Clapton, Bob Seger und die Blues Brothers gekonnt interpretierten. Neben dem Musikalischen kam auch das Kulinarische nicht zu kurz. Die Kicker landeten mit ihren Kerwe-Schmankerln einen Volltreffer. Das galt auch für die Knöchel an Kerwemontag, die frühzeitig ausverkauft waren. „Neben den Kerwe-Frühschopplern waren etliche ortsansässige Betriebe mit ihren Mitarbeitern eingekehrt auch die Gemeindeverwaltung war mit rund 20 Personen vertreten“, ließ der Viktoria-Chef wissen. und fügte an: „Unser Helfer-Team hat wieder vollen Einsatz gezeigt.“

Gute Kooperation

Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus und dem kommunalen Bauhof hatte Hertel zufolge ebenfalls bestens geklappt. Hilfsbereit habe sich auch ein Team des Boule-Clubs gezeigt, das eine Schicht am Bierwagen übernahm. „Wir sind dankbar für die Unterstützung“, betonte Hertel am Montagabend beim Kerwe-Endspurt.

Nachdem die Sportfischer in diesem Jahr nicht mit von der Partie waren, würde sich Hertel über weitere Mitstreiter seitens der Vereine freuen. Während ASB-Frauenchor und CDU-Gemeindeverband sich in die sonntägliche Bewirtungsszene eingeklinkt hatten, luden Gesangverein Neckarhausen und SPD jeweils Samstag und Sonntag zum gemütlichen Kerwe-Hock ein. Das Hof-Idyll von Gemeinderat Michael Bangert als kleinster Straußwirtschaft kam dabei groß heraus. Nicht zuletzt wegen der „Hausbrauerei“ von Bangerts Ehefrau, Claudia Konrad. Die Chemikerin hatte ihr Roggenbier selbstverständlich nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. „Beim Bierbrauen laufen chemische Prozesse ganz ohne Chemie ab“, verriet sie schmunzelnd.

Die kleinen Kerwe-Gäste kamen derweil auf dem Kinderkarussell in Fahrt, das unermüdlich seine Kreise zog. Der gesperrte Teil der Hauptstraße mit Karussell, Wurfbude und Süßigkeitsstand sorgt nach den Worten von Tobias Hertel für „ein bissel Kerwe-Flair“ in der Mitte von Neckarhausen

„Für unsere Spezialitäten wie gebrannte Mandeln war das Wetter noch ein wenig zu warm, die Nachfrage hielt sich in Grenzen“, ließ die Inhaberin der „süßen Welt“, Martina Feix, wissen. Neben Kinder, Küche und Kultur kommt in Neckarhausen auch die Kirche nicht zu kurz. Die Einweihung der St. Andreas-Kirche und damit das eigentliche Kirchweihfest hatte man am 4. September 1960 ganz bewusst auf den Kerwe-Sonntag gelegt.

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