Edingen-Neckarhausen

Edingen Letztes Schlachtfest der Karnevalisten am alten Vereinsheim

Kessel der Kälble kocht künftig anderswo

Archivartikel

„Wir haben fast alles unter die Leute gebracht. Nur ein paar Grieben- und Leberwürstchen sind noch übrig“, bilanzierte Dieter Schroth. Der Wirtschaftsminister der Kälble-Karnevalisten hatte beim traditionellen Schlachtfest wieder gut gewirtschaftet. Vermutlich zum letzten Mal wurde der Schlachtkessel vor dem alten Kälble-Heim angezündet. Im kommenden Jahr will man dann am neuen Domizil im Sportzentrum, unweit der Kleintierzuchtanlage, den Kessel dampfen lassen.

Ob die begehrte Schnut oder doch lieber das zartfleischige Bäckele, ob mageres oder durchwachsenes Wellfleisch, jeder bekam seine Lieblingsstücke aus dem Wurstkessel gefischt. Klar, dass das Borstenvieh „kopflastig“ war. „Jedes Schwein hat nun mal nur einen Kopf, daher haben wir von den begehrten Teilen auf dem Schlachthof hinzugekauft“, erklärte Dieter Schroth. Er hatte im Vorfeld des Schlachtfestes eifrig gewurstelt.

In der Wurstküche von Kälble-Ehrenkappenträger und Landwirt Helmut Koch ging es fachmännisch zu Werke. Neben Wellfleisch sowie Grieben- und Leberwürstchen wurden auch Bratwürste vorbereitet. „Ich habe mir ein Paar davon zurückgelegt, aber das ist jetzt auch unter die Leute gekommen“, erzählte Kälble-Vorsitzender, Stefan Specht. Er ist ein versierter Bratwurst-Griller und Meister an der Pommes-Fritteuse. Zu den fleißigen Helfern beim Schlachtfest zählte ebenso das amtierende Prinzenpaar Marcel und Verena.

„Der Erlös aus Festen wie diesen fließt vor allem in unsere Jugendarbeit. Die Garden sind uns lieb und teuer“, bemerkte Elferratspräsident Kevin Hockenberger. Dank Wetterglück waren die Bankreihen unter dem luftigen Zeltdach stets gut gefüllt, so dass sich die Mühen lohnten. Auch wenn kein Schwein gebrüht wird, sind die Kälble fleißig am Schaffen. „Im ehemaligen Vereinsheim der Taubenzüchter, das jetzt zu unserem neuen Domizil wird, fehlt innen praktisch die gesamte Infrastruktur“, erklärte Hockenberger: „Ist es erst einmal fertig, haben wir aber mehr Platz als bisher und der Standort ist auch gut.“ Der Umzug wird notwendig, da das bisherige Kälble-Heim im Zuge der Umgestaltung des Geländes abgerissen wird.