Edingen-Neckarhausen

Edingen Planungswettbewerb soll attraktiven Entwurf für evangelisches Gemeindehaus liefern / Spatenstich für 2019 geplant

Kirche baut sich ein neues Zentrum

Der Kaufvertrag mit der Gemeinde ist beurkundet, der Wettbewerb von Architekten läuft: Bis Ende 2020 soll auf dem Gelände nahe der Kirche in der Hauptstraße von Edingen das neue evangelische Gemeindezentrum entstehen. Rund 1,8 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt, am Ende könnte es durchaus etwas mehr werden, wie Wolfgang Ding schätzt. Denn der Kostenrahmen ist schon zwei Jahre alt, und die boomende Bauwirtschaft lässt die Preise unaufhörlich steigen.

Ding, der frühere Hauptamtsleiter der Gemeinde, leitet den Gebäudeausschuss der Kirchengemeinde und betreut das Projekt von Anfang an ehrenamtlich. „Mit dem Neubau sollen die Kirche und das Gemeindehaus wieder in den Mittelpunkt des Gemeindelebens gestellt werden“, formuliert er. Dass dies gelinge, sei ein Glücksfall. Jahrzehntelang war die Kirche an der Hauptstraße getrennt von Gemeindehaus und Pfarrhaus im Amselweg. Doch das Gebäude, in dem auch der Martin-Luther-Kindergarten untergebracht war, war in die Jahre gekommen.

Durch einen Wasserschaden wurde das als Gemeindehaus genutzte Untergeschoss schon 2008 unbrauchbar, doch auch die Kita war marode, musste schließlich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. „Früher hat man Schrott gebaut“, formuliert Pfarrer Matthias Schipke drastisch. Das Sparen am falschen Platz hat nun also teure Folgen.

Büro unter der Empore

Unterdessen ist die neue Kita gebaut und bezogen. Mit dem Abriss des Pfarrhauses musste der Pfarrer 2015 in eine private Wohnung ausweichen, das Pfarramt ist vorübergehend in die Kirche umgezogen. Hier sitzt der Pfarrer jetzt werktags unter der Empore an seinem Schreibtisch, sonntags leitet er im Altarraum die Gottesdienste. Hier treffen sich auch die vielen Gruppen der Gemeinde regelmäßig, der Chor „Friday Upstairs“ und der Posaunenchor proben in der Schule. Nur der Kirchenchor hält seine Singstunden auf der Empore ab, neben Pfarrbibliothek, Kopiergerät und Büromaterial. Wichtige Dokumente aus dem Archiv der Kirche sind in eine Kellerwohnung ausgelagert. Ein Provisorium, das möglichst bald beendet werden soll.

Wie das neue Gemeindehaus aussehen wird, steht noch nicht fest. Sechs Architekten hat die Kirchengemeinde beauftragt, Entwürfe zu entwickeln, auf der Grundlage eines ganzen Katalogs von Vorgaben. Eine Jury aus Vertretern von Gemeinde, Kirche und Fachleuten entscheidet noch im Juli darüber, welcher eingereichte Entwurf der beste ist. Alle Ergebnisse des Wettbewerbs sollen ab 22. Juli im Rathaus ausgestellt werden. Zum Zuge kommt aber automatisch der Sieger.

Der Zeitrahmen danach ist eng gesteckt. Spätestens Anfang 2019 soll die vorhandene Scheune und das heutige Kälble-Heim (früher einmal der Konfirmandensaal) abgerissen werden. Ende 2020 oder Anfang 2021 will die Kirchengemeinde dann ihr neues Gemeindehaus beziehen, direkt neben der Kirche und mit Zugang zum Kirchgarten. „Es soll Atmosphäre und eine Seele haben“, formuliert der Pfarrer. Denn das Modell „Guckkasten-Haus“ von früher, mit großem Saal und Bühne, gehört der Vergangenheit an, glaubt Schipke.

Gefragt ist nach den Worten des Pfarrers vielmehr ein Gebäude, in dem die vielen aktiven Gruppen eine Heimat finden und auch Veranstaltungen abgehalten werden können. Deshalb verlangt die Auslobung unter anderem einen Saal für 150 bis 200 Personen, der unterteilbar und akustisch gut ausgestattet ist. Mehrere Gruppenräume, ein eigener Jugendraum und eine Küche zum Kochen und für Veranstaltungen stehen ebenfalls auf dem Wunschzettel. Das alles muss auf einer Nutzfläche von 340 Quadratmetern untergebracht werden, das Pfarrbüro eingeschlossen.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/edingen

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