Edingen-Neckarhausen

Klares Konzept notwendig

Archivartikel

Hans-Jürgen Emmerich zu Initiativen der Bürger rund um Baugebiete

 

Nach dem vorläufigen Scheitern des Baugebietes Mittelgewann setzt die Gemeinde Edingen-Neckarhausen bei ihrer baulichen Entwicklung vor allem auf Innenverdichtung. Statt Flächen auf der grünen Wiese zu versiegeln, werden ungenutzte Bereiche im Ort bebaut. Das kleine Baugebiet auf dem Areal der Tennisplätze in Edingen ist ein Beispiel dafür. Statt der ursprünglich geplanten wenigen Häuschen setzt die Gemeinde jetzt auf große Häuser mit vielen Wohnungen. Bis zu 40 Familien könnten hier ein neues Zuhause finden. Doch die Nachbarn des Areals sind damit ganz und gar nicht einverstanden. Zu groß und zu dicht sei die Bebauung, sagen sie. Dagegen zu kämpfen, das ist natürlich ihr gutes Recht.

Echtes Dilemma

Das Engagement der Bürger offenbart jedoch zugleich ein grundsätzliches Problem, das sich in den Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate immer wieder zeigt. Viele sehen die Notwendigkeit, Wohnraum für junge Familien zu schaffen, aber wenn es um den Standort geht, dann sollte dieser möglichst weit weg von der eigenen Haustür liegen. Während neue Baugebiete für die Nachbarn gar nicht klein genug sein können, fordern bauwillige Familien großzügige Ausweisungen, um sich den Traum vom Häuschen im Grünen schnell und am liebsten noch preiswert erfüllen zu können. Zudem soll der Landverbrauch minimiert werden. Ein Dilemma, das auch die Kommunalpolitiker vor große Probleme stellt.

In dieser Situation kommt es jetzt darauf an, ein schlüssiges Konzept vorzulegen, wo und wie sich die Gemeinde in den nächsten Jahren entwickeln soll. Das hat mit Professor Sparwasser kürzlich auch ein Experte dem Rat ans Herz gelegt. Wenn sich eine breite Mehrheit darauf geeinigt hat, dann muss diese Linie in die Tat umgesetzt werden. Bedenken der Bürger sind dabei ernst zu nehmen und in die Entscheidung einzubeziehen. Von Partikularinteressen darf sich die Politik dabei aber nicht in die Irre führen lassen.