Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Jugend-Sinfonie-Orchester Mannheim gibt Open-Air-Konzert im Schlosshof

Klassik wie von Profis

Archivartikel

Zum ersten mal hat das Jugend-Sinfonie-Orchester Mannheim (JSOM) der Städtischen Musikschule bei einem Open Air im Schlosshof in Neckarhausen gespielt, sehr zur Freude von Erika Tieg, der Leiterin der Außenstelle Edingen-Neckarhausen.

Die knapp 80 jungen Musikerinnen und Musiker im Alter von 13 bis 19 Jahren stellten sich gemeinsam mit ihrem Dirigenten Jan-Paul Reinke sehr professionell den widrigen Bedingungen und trotzten der Hitze mit ihrer wunderbaren Musik. Den Anfang des Konzerts machte das Stück „Die Mittagshexe“ von Antonin Dvorak, der Vertonung eines Gruselmärchen für Kinder. Obwohl wegen der extremen Temperaturen auf die sonst übliche Anspielprobe verzichtet wurde, ließ sich das Orchester schnell auf die einfühlsame Führung seines Dirigenten ein, und das Publikum konnte die musikalische Umsetzung des Märchens bestens nachvollziehen.

Die beiden folgenden Stücke waren mit Solistinnen aus dem Orchester besetzt. Die 19-jährige Svenja Ballreich interpretierte das Adagio con Variazioni von Ottorino Respighi mit Hingabe und sehr viel Ausdruckskraft. Das Orchester passte sich feinfühlig den leisen Tönen an und hielt sich bedeckt im Hintergrund, ohne die Solistin zu übertönen.

Mit den Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate folgte ein Stück ganz anderer Couleur. Obwohl man zunächst den Eindruck hatte, dass einfache Zigeunerweisen in langsamem Tempo gespielt werden, ist schon zu Beginn Virtuosität nötig, die sich später mit schnellen Wechseln von Streichen und Zupfen in ständig sich ändernden Höhen und Tiefen zu einem rasanten Tempo steigert. Die ebenfalls 19-jährige Marie Lehmann zeigte mit diesem Stück ihr ganzes Können und spielte bravourös.

Nach der Pause folgten, der Hitze geschuldet, lediglich der 2. und 4. Satz der fünften Sinfonie von Tschaikowsky. Obgleich die jungen Musikerinnen und Musiker sicher schon am Limit waren, ließen sie sich wieder von Jan-Paul Reinke mitnehmen und interpretierten die beiden Sätze mit viel Hingabe. Der langanhaltende Applaus war überaus verdient. Passend zu der sommerlichen Stimmung endete der Konzertabend mit dem lateinamerikanisch angehauchten Tico Tico als Zugabe. „Chapeau vor diesem jungen Orchester“, formulierte ein fachkundiger Zuschauer. Dieses Orchestern würde man in Neckarhausen gerne wiedersehen, ob im Schlosshof oder anderswo. red