Edingen-Neckarhausen

Edingen Rund 15 Frauen engagieren sich ehrenamtlich in der sozialen Einrichtung

Kleiderkammer im „Schlössel“ bietet Klamotten für alle an

„Heute hatten wir guten Zuspruch, auch zwei Stammkunden waren da“, freut sich Jutta Rinklin. Sie hatte zusammen mit Brigitte Häusle die gemeinnützige Kleiderstube initiiert, die jetzt in den vorderen Erdgeschoss-Räumen des Edinger Schlössels untergebracht ist. Was ursprünglich als Unterstützung der Flüchtlinge in der Gerberstraße gedacht war und damals noch im privaten Rahmen betrieben wurde, ist jetzt ein Angebot für alle.

Mit dem Kauf von qualitativ guter und moderner Secondhand-Kleidung zum günstigen Preis, wird der Gedanke der Nachhaltigkeit gleich doppelt befördert. Zum einen durch die Weiterverwertung der Kleidung, zum anderen kommt der Erlös aus dem Verkauf dem Sozial-Fonds der Gemeinde zugute. Bis zum Frühsommer dieses Jahres wurden immerhin schon 1550 Euro auf das Konto überwiesen.

„Wir sind froh und dankbar, dass wir diese Bleibe im Schlössel gefunden haben“, betont Rinklin. Zu Beginn der Kleider-Aktion im Rahmen der Flüchtlingshilfe hätten sie und Brigitte Häusle die gebrachten Kleidungsstücke privat bei sich in den Wohnungen gelagert. Mit der Zeit habe der angehäufte Fundus aber total den Rahmen gesprengt, so dass die beiden Initiatorinnen über neue Möglichkeiten der Weiterverwertung nachdachten. Das Schlössel, das in Gemeindehand ist, und von einem Förderverein verwaltet wird, bot sich als Unterkunft an.

„Wir zahlen einen Nebenkosten-Anteil aus unseren Einnahmen, weitere Kosten fallen nicht an“, erläutert Jutta Rinklin. Fördervereins-Vorsitzender Hans Stahl sieht in der Kleiderstube eine Möglichkeit, den Barockbau zu beleben und zumindest in einem kleinen Teil öffentlich zugänglich zu machen. „Der Gedanke der Nachhaltigkeit war zudem ein Argument für die Vergabe der Räumlichkeiten an diese Initiative“, betont Stahl und fügt an: „Außerdem wird mit den Räumen schonend umgegangen.“

Neugierige Besucher

„Manche Besucher wollen zu unseren Öffnungszeiten auch nur mal einen Blick ins Schlössel werfen, das gibt es auch“, erzählt Jutta Rinklin schmunzelnd. Die meisten kämen aber tatsächlich wegen der Kleidung. Ein wenig mehr Resonanz könnte die Einrichtung schon noch erfahren, darin sind sich die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen einig. Rund 15 Frauen engagieren sich abwechselnd während der Öffnungszeiten in der Kleiderstube. In dieser Zeit kommen nicht nur Kunden, sondern auch „Lieferanten“ die saubere und guterhaltene Kleidung abgeben.

„Zum Wegwerfen ist das wirklich zu schade und weiter verwerten können wir es auch nicht, unsere Familienplanung ist abgeschlossen“, verrät eine junge Frau die gerade schicke Kinderkleidung vorbeibringt. Außerdem wüchsen die Kleinen ja aus allem so schnell heraus. „Im hinteren Raum befinden sich ausschließlich Babysachen und Kinderkleidung“, zeigt Ruth Mende-Daase vom Kleiderstuben-Team auf die gut gefüllten Regale und Kleiderständer. Darüber hinaus verfügt die Kleiderstube über ein breites Sortiment an nach Größen geordneter Damen- und Herrenoberbekleidung. „Leider kommen nur wenige Herren zu uns, obwohl wir auch „für den jungen Mann“ ausgesprochen flotte Sachen haben“, zeigt Gabriele Wenz auf angesagte Kapuzenpullis.

Zwischendurch schaut eine Kundin herein, die zu den Stammbesuchern der Kleiderstube zählt. „Ich finde hier immer was Schönes, und die Damen sind so nett“, lobt sie Angebot und Team. Auf Interesse stoßen auch die tollen handgestrickten Socken die gerade vorbei gebracht wurden. „Sehen Sie, bei uns findet jeder was“, scherzt Renate Knupfer die sich ebenfalls in der Kleiderstube engagiert. „Wir sind eine nette Gemeinschaft und ein tolles Team. Soziales Engagement macht einfach Spaß“, betont Brigitta Brhel.