Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Bürgermeister Michler und seine Mitarbeiter verweisen auf Pflanzungen von Bäumen, Sträuchern und Blühmischungen

Kommune zeigt mit dem grünen Finger

Archivartikel

Wird in der Gemeinde zuviel abgeholzt? Diesem Eindruck tritt die Verwaltung energisch entgegen. In einem eigens einberufenen Pressegespräch legten Bürgermeister Simon Michler und seine Mitarbeiter im Detail dar, was in den vergangenen Wochen und Monaten alles gepflanz worden ist.

„Die Pflanzungen vor dem Schloss Neckarhausen und dem Rathaus Edingen berücksichtigen die französischen Landesfarben (blau, weiß, rot) beim Partnerschaftsjubiläum mit der Partnergemeinde Plouguerneau“, erläuterte Michler. Zu den Schwerpunkten zählen ein kaum genutzter Gehweg in den Kappesgärten. Hier wurden Bäume und Sträucher gepflanzt und Blühstreifen angelegt.

Entlang der Seckenheimer Straße mussten laut Bürgermeister nicht mehr vitale Ahornbäume ausgetauscht werden. Auch an der Brückenauffahrt, in den Wingertsäckern, im Schlosspark sowie bei der Sozialunterkunft in der Mannheimer Straße werden Bäume und verschiedene Sträucher gepflanzt und ein Blühstreifen angelegt. Am Neckarufer wurden Erlen und Weiden nachgepflanzt. Unterhalb der Kuhgasse wurde bereits im vergangenen Jahr eine Blühmischung eingesät, wie die Umweltbeauftragte Vivien Reinhard und der für die Grünanlagen verantwortliche Bauamtsmitarbiter Herbert Stein erläuterten.

Die Pressekonferenz begann mit einem Überblick der Pflanzungen im Jahr 2017. Insgesamt wurden 56 Bäume und über 205 Sträucher neu gepflanzt. Diese dienten als Ersatz für die aufgrund von Pilzbefall oder Sturmschäden zwangsweise gefällten Bäume, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Klimaveränderung mache auch den Bäumen zu schaffen, sie „vergreisten“ früher, äußerte Stein. Deshalb erhalten künftig bei Neupflanzungen wärmetolerante Gehölze den Vorzug.

Schäden durch Glasfaser?

Ob das Glasfaserkabel Auswirkungen auf den Wurzelbereich der Pflanzen habe, sei derzeit noch offen. Der teils bewusst starke Rückschnitt von Bäumen verschaffe der Unterpflanzung Licht und fördere eine vielfältigere Vegetation. Im Frühjahr 2018 seien bisher 53 Bäume gepflanzt und 186 Gräser und Stauden gesetzt worden, und zwar für rund 16 000 Euro. Zusätzlich wurden von Vereinen, Organisationen und Privatpersonen diverse Bäume gespendet. Ferner wurden 3000 Euro für rund 33 Kilo Saatgut (Blumenmischungen) ausgegeben, um die Insektenvielfalt zu unterstützen.

Herbert Stein informierte außerdem darüber, dass die Gemeinde Nisthilfen für Vögel (u.a. für Schwalben) und Insektenhotels aufgehängt sowie Trockenmauern, Totholzhaufen und Steinriegel angelegt habe. Entlang des „Schönen Wegs“ seien mit Unterstützung der Landwirte Blumenmischungen ausgebracht worden. Bereits seit 1998 hat die Gemeinde laut Stein ein Biotopvernetzungskonzept. Es enthält rund 100 auf der Gemarkung der Gemeinde geplante Biotope. Hiervon seien aktuell schon 63 als Streuwiesen, Hecken oder Ackerrandstreifen realisiert worden. Die Gemeinde versucht zur Förderung der Biodiversität stets geeignete Flächen anzukaufen oder zu pachten, um neue Biotope anzulegen. Derzeit gibt es rund 14 Hektar Biotopfläche (etwa zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche). Auch im Gemeindepark wurde eine mehrjährige Blumenmischung ausgebracht, um ein nachhaltiges Nahrungsangebot für die Insektenwelt zu schaffen.

Besonders erfreut zeigte sich Bürgermeister Michler über die Unterstützung von ca. 80 ehrenamtlichen Blumenpatinnen und -paten, die mithelfen, die rund 300 Pflanzbeete und über 140 Pflanzkübel im Gemeindegebiet zu pflegen. Über weitere engagierte Helfer freue sich die Gemeinde. Auch örtliche Naturschutzverbände wolle man mit einbinden. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten wurde durchweg als gut angesehen.