Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Teilnahmerekord beim Boule-Turnier um den Schlosspokal / 110 Teams liefern sich spannende Duelle

Kugeln rollen bis in die Nacht

„An unserem Traditions-Turnier nahmen 110 Teams teil, das ist ein neuer Rekord“, freute sich der Vorsitzende des Boule-Clubs Edingen-Neckarhausen (BCEN), Gerhard Hund. Angenehmes Wetter, ideale Spielstätten und nicht zuletzt die professionelle Organisation durch den BCEN sorgten für reichlich Zulauf. Schließlich zählt der Schlosspokal zu den Masters-Turnieren des Deutschen Petanque-Verbandes (DPV), an denen hochklassige Spieler aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem angrenzenden Ausland teilnahmen.

110 Tripletts (Dreier-Teams) und damit 330 Spielerinnen und Spieler „boulten“ um den 38. Schlosspokal. Zu den Teilnehmern zählten auch wieder Aktive aus dem elsässischen Drusenheim, die mit rund 30 Personen angereist waren. „Das ist eine außergewöhnliche Boule-Partnerschaft die auf beiden Seiten seit rund 25 Jahren gepflegt wird“, ließ der BCEN-Chef wissen. Die Elsässer hatten aber nicht nur einen Geschenkkorb für die Neckarhäuser Freunde mitgebracht, sondern auch ihre schon legendäre Merguez im Gepäck. Sie bringen die Spezialität gewissermaßen „frisch aus der Wurstpresse mit, bevor sie dann bei uns auf dem Grill landet“, freut sich Hund über die kulinarische Bereicherung beim Essensangebot. „Die Startgelder werden ja an die Erstplatzierten wieder ausgezahlt, was bei uns hängenbleibt, sind die Einnahmen aus der Bewirtung und davon lebt auch unser Verein“, erläuterte der Vorsitzende.

Ein Stück Lebensart

Rund 50 Helfer waren im Einsatz, um Verpflegung und Spielbetrieb zu managen. Während Christian Speicher und sein Team für die Verpflegung von Spielern und Anhang zuständig war, behielt Turnierleiter Clemens Ritter mit seinen Helfern den Turnierablauf im Auge. Boule ist offenbar nicht nur Sport, er verkörpert auch ein Stück Lebensart. Die Teilnehmer, egal ob Frauen oder Männer, haben die Ruhe weg. Im Schlosshof, auf dem angrenzenden Parkweg sowie dem Boulodrome traten jeweils zwei Dreierteams gegeneinander an. Teilweise kam es zu hochklassigen Duellen, die vom sachkundigen Publikum mit Interesse verfolgt wurden. Zu den Akteuren dieses bedeutsamen Ranglisten-Turniers, zählten auch drei Nachwuchs-Teams aus dem Kader des deutschen Petanque-Verbandes, die im National-Dress antraten. Zu den „Espoirs“ – französisch die „Hoffnungen“ – im Alter von 18 bis 23 Jahren gehörte auch Dominique Probst aus München. „Hier ist es super, aber leider war es nicht mein Tag, mir hat heute einfach die Konzentration gefehlt“, ließ sie wissen. Der Bundestrainer in dieser Altersklasse, Daniel Dias aus Essen, war aufmerksamer Beobachter. „Zum Glück hat sich der Blick auf diese Sportart geändert“, registrierte Dias und fügte an: „Früher hatte sie den Nimbus vom Spiel der alten Männer, zwischenzeitlich findet Boule auch bei der Jugend Anhänger.“

Auch nach Niederlage weiter

Gespielt wurde zwar im K.o.-System. Doch wer im A-Turnier scheiterte, konnte sein Glück und Geschick erneut im B-, C- und D-Turnier testen. „Auf diese Weise braucht man nach einem verlorenen Spiel nicht gleich wieder die Kugeln einpacken“, erklärte Hund. Immer im Visier der Spieler die Zielkugel, das „Schweinchen“, im Boule das Maß aller Dinge. Die Sieger brauchten reichlich Durchhaltevermögen, um mit ausgeklügelten Wurftechniken und taktischen Finessen über die Runden und letztlich zum Ziel zu kommen. Im A-Turnier setzten sich Sascha Koch, Lara Koch (beide Malsch) und Tobias Müller (Horb) durch.

Erst nach rund zwölf Stunden und dann bei Flutlicht, war auf dem Boulodrome die letzte Schlacht geschlagen.