Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Narren starten mit Empfang im Schlosshof in die fünfte Jahreszeit / Präsident Marco Ebert freut sich auf Ständchen für Prinzessin Ann-Kathrin an seinem 33. Geburtstag

Kummetstolle lassen es zum Auftakt krachen

Jetzt hat auch im Ortsteil Neckarhausen die fünfte Jahreszeit unwiderruflich begonnen. Gemeinsam mit ihrer Prinzessin Ann-Katrin an der Spitze stürmten die Karnevalisten der Kummetstolle das gräfliche Schloss, das zugleich Sitz von Teilen der Gemeindeverwaltung ist. Widerstand zwecklos.

Auch Bürgermeister Simon Michler musste kapitulieren. Allerdings nicht bedingungslos: „Bevor ich nun gleich die Macht hergeben muss, will ich von Prinzessin Ann-Katrin erst noch einen Kuss.“ Diesem Wunsch konnte und wollte sich ihre Lieblichkeit natürlich nicht widersetzen.

Für den Elferratspräsidenten Marius Ebert war es nach der Eröffnungsveranstaltung im November der zweite öffentliche Auftritt in dieser Funktion. „Da ist man schon ein bisschen nervös“, gestand er später gegenüber dem „MM“. Doch letzten Endes war die Nervosität unbegründet. „Ich habe eine gute Truppe im Hintergrund“, lobt der Präsident seine Mannschaft. Allein sein Elferrat umfasst stolze 35 Aktive. Sie sind nicht nur dafür da, den Elferrat auf dem Sitzungspodium zu besetzen, sondern auch im Hintergrund tatkräftig zuzupacken, sich etwa um die Ton- und Lichttechnik zu kümmern.

Sorgen bereitet den Narren indes die fehlende Heimat. Ein Problem, das sie auch beim Neujahrsempfang thematisierten. „Unsere Ausstattung ist auf ganz Neckarhausen verteilt“, klagt Ebert. „Unsere Mädels trainieren in den Hallen befreundeter Vereine“, nennt er ein weiteres Manko und betont: „Wir sind nach wie vor auf der Suche nach einem Vereinsheim.“

Dass auch diese Kampagne vermutlich wieder reibungslos über die Bühne geht, ist nicht zuletzt den mehr als 400 Mitgliedern des Vereins zu verdanken, die die Kummetstolle unterstützen. Wenn die vor und hinter den Kulissen auftreten, dann haben sie sich ohne Frage einen Orden verdient. „Superhelden und Superschurken“ lautet diesmal das Motto der fünften Jahreszeit. Der Orden hat deshalb die Form eines Superman-Diamanten und trägt die Farben der Kummetstolle, blau und gold. Elferräte, Bürgermeister und Gemeinderäte erhielten frisch geprägte Exemplare des Ehrenzeichens, das am Sonntag zum ersten Mal öffentlich präsentiert wurde.

Prunksitzungen ausverkauft

Gelegenheit, diesen Orden den Aktiven umzuhängen, gibt es reichlich, so etwa bei den (längst ausverkauften) Prunksitzungen oder bei der Senioren- und Familiensitzung am 3. Februar. Das nächste närrische Ereignis steigt indes bereits in knapp zwei Wochen. Am 19. Januar lädt Ann-Katrin I. zum legendären Ball der Prinzessin ein. Zum Tanz und zur musikalischen Unterhaltung spielt dann die Twinsband in der Eduard -Schläfer-Halle. „Man glaubt gar nicht, was man aus so einer Turnhalle machen kann“, macht der Präsident neugierig auf das Ereignis, für das es noch einige wenige Karten gibt. Wer ein paar Euro mehr investiert, kann mit etwas Glück bei der großen Tombola einen der vielen Preise im Wert von weit mehr als 5000 Euro mit nach Hause nehmen.

Zu den Erfolgsrezepten der Dorffasnacht gehört das Programm, das ausschließlich von Akteuren aus der Gemeinde und von befreundeten Vereinen gestaltet wird. „Bei uns bekommt niemand Geld“, betont der Präsident: „Darauf sind wir sehr stolz.“ Sein Wahlspruch lautet: „Der Spaß darf nicht zu kurz kommen.“ Zwar beschränkt er sich in seinem neuen Amt vor allem auf die Moderation, aber auf das Heringsessen am Samstag nach Aschermittwoch freut er sich schon ganz besonders. Denn dann singt der Präsident traditionell zwei Abschiedslieder, darunter eines für die Prinzessin. Doch damit nicht genug. Es ist zugleich sein 33. Geburtstag. Ein närrisches Wiegenfest zum Abschluss der Kampagne – da fliegt der Präsident sozusagen in den siebten Narrenhimmel.