Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Weinheimer Kabarettist Franz Kain startet Angriff auf die Lachmuskeln

Loblied aufs Worschtebrot in der Pestalozzi-Arena

"Alderle, Aderle", hier kommt der Gerüstmeister der Gedankengänge, der Baumeister der Babbelei." Mit diesen Worten stellte sich der "Meister der Alltagssatire", Franz Kain, bei seinem Special-Abend in der Pestalozzi-Halle in Edingen vor. Auf Einladung des Kultur- und Heimatbundes nahm er nicht nur seinen kompletten Hausbau wortreich auf die satirische Schippe, er verdeutlichte vielmehr, dass das ganze Leben eine Baustelle ist.

"Alderle, Aderle - Baustelle Leben", lautet das Motto des neuen Programms, mit dem Kain aktuell auf Tour ist. Er freue sich in der gut besuchten "Pestalozzi-Arena" zu Gast sein zu dürfen. Er habe den weiten Weg von Weinheim auf sich genommen und sei im "Niemandsland" gelandet, scherzte der Mundart-Akrobat: "Edingen, kenn' ich ja schon, aber was ist Neu-Edingen, mein Navi hatte ein Ortungsproblem, aber jetzt bin ich hier." Zum Glück konnte man nur sagen, denn es wurde ein "unsterblicher" Abend.

"Eine Minute Lachen verlängert das Leben um eine Stunde, rechnen Sie mal nach wie viele Jahre das heute werden", sagte Kain. Der Hang zum Häusle-Bauen sei offenbar angeboren. Schon als Kind werde im Sandkasten eifrig geschippt und gebaut. "My home ist my Castle", heiße es dann später, und "der Hang zum Kasten bleibt", weiß Kain aus eigener Erfahrung. Er schilderte nicht nur das "babylonische Sprachgewirr", bei seinem Hausbau. Er sah auch "haarige Handwerker-Hintern in Hüfthosen", die bei ihm buchstäblich haarige Eindrücke hinterließen.

Zwischendurch sang Kain ein Loblied auf das "Worschtebrot", das Stärkungsmittel der Kurpfälzer. Alleine schon beim Wort "Worscht" gehe einem so richtig "die Gosch uff". "Er erzählt aus dem Leben, das kommt an bei den Leuten", kommentierte Wolfgang Ding, Vorsitzender des Kultur- und Heimatbundes, den "Baustellen-Abend" der Kurpfälzer Schlapper-Gosch. Neben Baustellen- schilderte Kain auch Alltagserfahrungen. "Im Twitter-Gewitter geht unsere Sprachkultur verloren. Wir brauchen mehr VHS als AfD, um die Weiterbildung anzukurbeln."

In der Pause bewirtete die Handballabteilung des TV Edingen die Gäste. "Die erste Mannschaft hat zudem den Auf- und Abbau übernommen, das war das ideale Aufwärmprogramm für unsere Herren. Klar, dass im Anschluss der Tabellenführer aus Oberflockenbach bei unserem Heimspiel glorreich geschlagen wurde", scherzte Handball-Abteilungsleiter Mattias Kaiser. Es sei doch gut, dass der Kultur- und Heimatbund auch für Kultur am Ort sorge.

Der Abend stelle ein tolles Gemeinschaftserlebnis dar, bemerkte ein Gast, bevor es dann wieder weiterging im Programm. Kain sprach von Autobahnstellen als "Orte der Ruhe und des Friedens." Schließlich ging er vom Hoch -und Tiefbau zum Körperbau über - und der hat, wie Kain bemerkte, mit zunehmendem Alter auch immer mehr Reparatur-Bedarf.