Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Am Ufer in Neckarhausen entsteht in Kürze eine Rampe der L 597 / 26 000 Kubikmeter Material werden abgeladen

Maispflanzen müssen für Neckarbrücke weichen

Am Dienstag ragten noch kleine Maispflanzen aus der Erde. Noch wachsen die Blätter, doch die Kolben werden nicht mehr gedeihen. Die beiden Äcker am Ufer des Neckars werden untergepflügt, lange bevor die Ernte erfolgen kann. Der Straßenbau fordert seinen Tribut. Für den Neubau der Landesstraße L 597 wird an dieser Stelle eine Rampe aufgeschüttet, auf der später die Straße zur neuen Neckarbrücke verläuft.

Das Gelände selbst steht im Eigentum der Gemeinde, wie Arno Kaiser von der Liegenschaftsverwaltung auf Anfrage des „MM“ erklärt. Zwei Landwirte bewirtschafteten die Ackerflächen bis zuletzt, doch damit ist jetzt Schluss. Das einzige, was sie nun noch aus ihrem Pachtland erlösen können, ist eine Erstattung für die Dienstleistung Unterpflügen.

Ursprünglich sollten die Lastwagen mit Erde bereits in dieser Woche rollen, doch bis Donnerstag tat sich auf der künftigen Großbaustelle noch nichts. Immerhin hat das Regierungspräsidium in Aussicht gestellt, dass die Bauarbeiten weitgehend ohne Behinderung des Verkehrs erfolgen können. Probleme könnte es allenfalls bei der Zufahrt zur nahegelegenen Kläranlage des Abwasserverbands Unterer Neckar geben, denn der asphaltierte Feldweg, der dorthin führt, ist relativ schmal.

Auf einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern müssen nach Angaben des Regierungspräsidiums etwa 26 000 Kubikmeter Boden aufgeschüttet und verdichtet werden. Bis zu 60 Lastwagen pro Tag sind dafür nötig. Bis August soll das abgeschlossen sein. „Das frühzeitige Herstellen des Straßendammes ist erforderlich, damit Setzungen, mit denen aufgrund des anstehenden Bodens zu rechnen ist, bis zum eigentlichen Bau der Neckarbrücke abgeklungen sind“, schreibt die Behörde. Der Transport des Bodenmaterials wird in Neckarhausen über K 4138, Rudolf-Diesel-Straße und Neckarstraße erfolgen. Zum Vergleich: Beim Neubau der Fischkinderstube wurde fast dreimal so viel Aushub bewegt, und das auch noch durch die Ortsdurchfahrten. Beim Straßenbau ist nur die überörtliche Kreisstraße und ein kurzer Abschnitt am Rande des Gewerbegebietes betroffen.

Während jetzt bereits die Rampe zur künftigen Brücke angelegt wird, dauert es bis zum Bau des Herzstücks der 3,3 Kilometer langen Umgehungsstraße über den Neckar noch einige Zeit. Damit wird nach derzeitiger Planung im Jahr 2022 begonnen. Auf Ladenburger Seite ist die Rampe schon seit Jahren erkennbar. Hier wurde Material, das beim Bau des Schriesheimer Branich-Tunnels anfiel, bereits zu diesem Zweck abgeladen und aufgeschichtet. Der Aushub der Fischkinderstube fand dagegen beim Autobahnbau und für den Wall rund um die neue Tennisanlage Verwendung.

Info: Dossier zum Thema: www.morgenweb.de/L597