Edingen-Neckarhausen

Edingen Französischer Liedermacher begeistert mit Konzert bei Lipowa

Marcel Adam bricht Frauenherzen

„Pour le Plaisier“ lautete das Motto eines besonderen Musikabends mit Marcel Adam: Einfach nur zum Vergnügen hatten Susanne und Werner Lieberknecht in die Räume ihrer Firma Lipowa in Edingen eingeladen. „Wir sind begeistert“, sagten sie nach dem Konzert.

Die Hallen, in denen normalerweise Polsterwaren hergestellt werden, boten einen Rahmen der etwas anderen Art für die mehr als 150 begeisterten Zuhörer. Ungewöhnlich, aber passend zum Event, erstrahlte nur die Bühne im Licht, während das Publikum im tiefen Dunkel verschwand. „Dass mir awer niemand vor de Paus verschwind“, forderte der symphatische Charmebolzen mit leicht frivolem Hintergrund nach seinem Druck-un-Heck-Lied „Der Osterhas“ (erst drücke und dann in die Heck). Eine der Stärken von Adam ist sicherlich seine facettenreiche Moderation mit coolen Sprüchen und vielen Anekdoten.

Künstlerisch begleitet wird er von dem erfahrenen saarländischen Saitenvirtuosen Christian Konrad (Gitarre, Mandoline, Bass) und dem in Italien geborenen Christian Di Fauntauzzi, einem Artisten auf dem Knopfakkordeon. Der Liedermacher, Mundartdichter und Chansonnier Marcel Adam (Gesang, Gitarre, Ukulele) – mit seiner Band „La Fine Equipe“ seit langem in der gesamten Kurpfalz wohlbekannt – folgte seinem üblichen „Ritual zum Warmwerde un Einspiele“ mit zwei französischen Chansons. Im Mittelpunkt des weiteren Abends standen Eigenkompositionen von Adam („Dann sind wir weg“, „Ohne dich kann ich, will ich nicht“) und alte und neu arrangierte Cover-Versionen. „Neue Männer braucht das Land“ fand ziemlichen Anklang bei den weiblichen Zuhörern. Auch bei Titeln aus der aktuellen CD „Pour le Plaisier“ bot das Trio ein authentisches, in bester Spiellaune zelebriertes, mitunter sogar faszinierendes Zusammenspiel, speziell bei der „Musette“. Adam schlug aber auch ernstere, sozialkritische Töne an. Ein Antikriegslied von Silbermond sorgte für nachdenkliche Stimmung. Satirisch-humorvoll dagegen die Interpretationen seiner in lothringischer Mundart vorgetragenen Lieder wie „Es Onna uf de Bonk“aus seiner Kindheit, das Beerdigungslied und das Lied vom Brunnen, bei dem lebhaftes Mitsingen gefordert war. Der Tradition folgend, erklang zum Ende der Session das Lied „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer. Aber unter drei Zugaben ging beim emotional befeuerten Publikum gar nichts. mic