Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen 4,5-Millionen-Euro-Projekt entsteht im Gemeindepark / Rat segnet auch Schulsanierung ab

Mehrheit sagt Ja zur neuen Kita

Archivartikel

Die neue Kita im Gemeindepark von Edingen soll gebaut werden. Das hat der Gemeinderat von Edingen-Neckarhausen in seiner jüngsten Sitzung nach etwas mehr als einstündiger Diskussion beschlossen. Lediglich die Fraktion der OGL konnte sich dem Neubau nicht anschließen.

Die große Mehrheit folgte damit einem Vorschlag der Verwaltung, der darüber hinaus die Sanierung (Bauteil B, Mitteltrakt) der Pestalozzischule ab etwa 2020 vorsieht. Bis dahin soll die neue Kita für geschätzt rund 4,5 Millionen Euro fertig sein, und die „Neckar-Krotten“ könnten aus ihrem derzeitigen Provisorium in das neue Gebäude umziehen. Die Holzmodule würden somit frei und stünden der Schule als Ausweichquartier während der Sanierung zur Verfügung. Dafür – und für eine eventuelle weitere Nutzung – will die Gemeinde die Module im kommenden Jahr zum Angebotspreis von rund 1,4 Millionen Euro kaufen.

Wie die Module nach der Schulsanierung genutzt werden – für Schüler oder Kindergartenkinder –, ist offen. Die Entscheidung, wie ein derzeit absehbarer zusätzlicher Raumbedarf der Pestalozzischule (für die Ganztagsbetreuung und steigende Kinderzahlen) gedeckt werden soll, stellten die Räte zunächst zurück. Zur Debatte stehen die langfristige Nutzung der Module, ein neu zu errichtender Schul-Anbau oder ein Wiedereinzug der Schüler in den benachbarten Pavillon, der seit einigen Jahren vom Martin-Luther-Kindergarten genutzt wird. Gegen die letztere, von der Verwaltung zunächst vorgeschlagene Variante hatten sich vor der Sitzung Eltern ausgesprochen. Auch etliche Räte meldeten in der Diskussion Bedenken an (Bericht auf dieser Seite).

Schulsanierung ab etwa 2020

„Wir sollten gemeinsam mit allen Beteiligten entwickeln, wie es weitergeht“, hatte Bürgermeister Simon Michler gleich eingangs die Marschrichtung skizziert. Eine kurzfristige Wende gegenüber seinem eigenen, schriftlichen Beschlussvorschlag. Entsprechend groß waren zeitweise Verwirrung und Erklärungsbedarf, über was denn nun eigentlich abgestimmt wird. Also auch hier noch einmal: über den Kita-Neubau, den Kauf der Module (Provisorium Neckar-Krotten) und deren Nutzung während der ebenfalls beschlossenen Schulsanierung. Um letztere vorzubereiten, soll ein Architekt mit den ersten Planungsschritten beauftragt werden. Anfängliche Bedenken aus den Reihen der Fraktion der Unabhängigen Bürgerliste von FDP/FWV (UBL), dieser Schritt komme angesichts des Sanierungsbeginns 2020/2021 zu früh, räumte die Verwaltung weitgehend aus. „Wir brauchen den Architekten, um die Zuschussfähigkeit der Sanierung klären zu können“, argumentierte Bauamtsleiter Horst Göhrig. Zudem werde es Auftrag des Planers sein, zu prüfen, inwiefern sich der Raumbedarf der Schule schon bei Sanierung und Umbau umsetzen lasse. „Wenn wir sehen, dass wir alle Wünsche im Bestand realisieren können, brauchen wir über die Nutzung von Pavillon oder einen Anbau gar nicht zu reden“, sagte Göhrig.

Ihre grundsätzlichen Bedenken am Standort des Kita-Neubaus erneuerte die OGL-Fraktion. „Die Gefährdungen sind nicht durchdacht genug“, verwies Thomas Hoffmann auf die ehemalige Mülldeponie. „Wir wären einverstanden, wenn man die Deponie saniert und den Dreck da rausholt“, sagte er. Das dafür notwendige Geld könne man beim Bau sparen, indem man „keinen Luxuskindergarten“ für 4,5 Millionen Euro errichtet. „Das haben wir schon ausführlich diskutiert“, kappte Michler die neuerlich aufkommende Debatte mit dem Verweis auf Behördeneinschätzungen, „dass wir dort guten Gewissens einen Kindergarten bauen können“. Was die Art des Neubaus betrifft – Stichwort „Luxuskindergarten“ –, gebe es überdies Verpflichtungen durch den Architektenwettbewerb, erinnerte der Bürgermeister.