Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Neue Führung des Gewerbevereins und Gemeinde präsentieren gemeinsame Pläne

Mit dem alten BDS-Taler soll der Euro im Ort bleiben

Archivartikel

Um ein Haar hätte sich der Bund der Selbstständigen (BDS) in Edingen-Neckarhausen aufgelöst, doch jetzt weht wieder frischer Wind an der Spitze des Gewerbevereins. Gemeinsam mit Bürgermeister Simon Michler und seiner Stabsstellenleiterin Carola Koch hat die neue Führungsmannschaft ein halbes Jahr nach ihrer Wahl am Mittwoch im Rathaus Grundzüge ihrer künftigen Arbeit vorgestellt.

Das Rad wollen die Akteure dabei nicht unbedingt neu erfinden. Ein zentraler Punkt ihrer Agenda ist die Wiederbelebung des BDS-Talers. Bereits im Jahre 2001 eingeführt, soll der Silberling nun wieder zu neuen Ehren kommen.

Wie ein Fünf-Mark-Stück

Äußerlich erinnert die Münze an das gute alte Fünf-Mark-Stück, der Nennwert ist mit fünf Euro fast doppelt so hoch. Manch einer dieser „Heiermänner“ liegt noch heute in irgendwelchen Schubladen. „Ich habe die zu meiner Konfirmation geschenkt bekommen“, erinnert sich Carola Koch. Auch ihr Chef, Bürgermeister Simon Michler, hält das für eine gute Geschenkidee und will einen Vorrat für die Gemeinde ordern. „Je mehr Betriebe dabei sind, desto besser ist das“, animiert er die Gewerbetreibenden zum Mitmachen.

2500 dieser runden Gutscheine aus Metall wurden ursprünglich hergestellt, etliche sind noch immer in Umlauf – und werden von den teilnehmenden BDS-Mitgliedsbetrieben bis heute wie Bargeld akzeptiert. „Das bindet Kaufkraft im Ort“, zeigt sich Klaus Schäfer vom Erfolg des Modells überzeugt. Der Leiter der BDS-Geschäftsstelle Nordbaden engagiert sich zugleich als Mitglied des örtlichen Führungsteams.

„Die Taler sind damals sehr gut geflossen“, erinnert sich Teammitglied Sabine Herrwerth. Irgendwann war die Sache dann eingeschlafen, doch jetzt erhofft man sich von der Neuauflage einen wichtigen Impuls. Wer den Taler geschenkt bekommt, gibt ihn auch in der Gemeinde wieder aus. Während sich ursprünglich nur Mitglieder des Gewerbevereins an der Marketing-Aktion beteiligen konnten, will sich der BDS auch in dieser Hinsicht stärker öffnen. Nicht ganz ohne Hintergedanken, versteht sich. Denn wer erst einmal die Vorzüge des Talers kennengelernt hat, der schließt sich vielleicht früher oder später auch dem Verein an.

Zahlende Mitglieder kann der Gewerbeverein durchaus gebrauchen. 78 sind es momentan, die allermeisten davon aus Edingen. Deshalb richtet die Führungscrew auch ein besonders Augenmerk auf Neckarhausen. „Da sind wir dran“, betont Sabine Herrwerth.

Service für Gewerbetreibende

Um die Selbstständigen zu unterstützen und sie letztlich auch vom Sinn ihres Verbandes zu überzeugen, organisieren die Aktiven unter anderem eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen für Gewerbetreibende, beispielsweise zu aktuellen Themen wie der Datenschutzgrundverordnung der EU oder der Digitalisierung. Apropos digital: Auch im weltweiten Netz will sich der örtliche BDS neu aufstellen. „Wir werden den Internet-Auftritt verbessern“, kündigt Klaus Schäfer an. Einen Experten dafür hat man sich bereits ins Boot geholt. Nur in Sachen Online-Vertrieb gehen es die Gewerbetreibenden laut Schäfer langsam an: „Den Internet-Shop lassen wir erst einmal außen vor.“

2019 wieder Leistungsschau?

Neu belebt werden könnte hingegen die Leistungsschau, die 2015 aus Anlass des Gemeindejubiläums zum 20. und vorerst letzten Mal veranstaltet worden war. „Man wird sich dieses Thema genau anschauen müssen“, dämpft Schäfer allzugroße Erwartungen. Doch Überlegungen gibt es durchaus. „Der Wille ist da, aber wir wollen die Mitglieder stärker einbinden“, betont Stefan Bordne. Denkbar sei ein Aktionstag von Handel und Gewerbe, und das nicht unbedingt in einer Halle mit aufwendigen Messebauten. Offenbar denkt man eher an einen Markt mit Präsentationen örtlicher Hersteller und Anbieter nach, beispielsweise auf dem Messplatz in Edingen oder im Schlosshof in Neckarhausen.

Info: Infos im Internet: http://bit.ly/2rtUEAI