Edingen-Neckarhausen

Neckarhausen Jubiläumskonzert des Jugendblasorchesters „Windstärke 08“ im Schlosshof

„Mittel sind gut angelegt“

Wenn ein Orchester Jubiläum feiert, dann tut es das auf besonders klangvolle Art und Weise. Das war beim Jubiläumskonzert des Jugendblasorchesters „Windstärke 08“ nicht anders. „Zehn stolze Jahre alt ist das lebendige Kooperationsprojekt zwischen der Musikvereinigung Neckarhausen (MVN) und der Jungendmusikschule Edingen-Neckarhausen“, stellte MVN-Jugendleiterin Renate Untucht-Grau bei der Begrüßung fest. Sie führte durch das Programm des Nachmittags. Kaiserwetter, voll besetzte Stuhlreihen im Schlosshof.

„Fast alle Musiker des Jugendblasorchesters haben einmal in der dritten Grundschulklasse als gemeinsame Bläserklasse der Pestalozzi-Schule Edingen und der Graf-von-Oberndorff-Schule Neckarhausen angefangen“, informierte Untucht-Grau. Und so ging es musikalisch zunächst „zurück zu den Wurzeln.“ Unter der Leitung von Laurance Mahady traten als erstes die Drittklässler auf. „Sie hören jetzt einen Querschnitt an Melodien, die die Schüler seit dem letztem Oktober gelernt haben“, kündigte die Jugendleiterin an. Angefangen von einer Melodie aus der Oper Wilhelm Tell über „Frere Jacques“ alias Bruder Jakob, bis hin zum beliebten „Hard Rock Blues“. „Wie Sie gehört haben, war manches schon mehrstimmig und das will gelernt und koordiniert sein“, kommentierte Untucht-Grau den Auftritt.

Musikschulleiter gratuliert

Bei den Viertklässlern war das Repertoire vom Schwierigkeitsgrad her anspruchsvoller, dennoch klappte das Zusammenspiel bestens und die jungen Instrumentalisten erhielten verdienten Applaus. „Da steckt richtig viel Kraft dahinter, schön, dass die Kinder auf diese Weise musikalisch gefördert werden“, bemerkte ein Zuhörer dessen Enkel mitspielte. Danach zogen die Kleinen ab und überließen dem Jugendblasorchester unter der Leitung von Csaba Asboth die Schlossterrasse als Bühne. Es folgte ein abwechslungsreiches und perfekt dargebotenes Repertoire. Zuvor gratulierte Bjoern Strangmann als Leiter der Jugendmusikschule Mannheim zum Jubiläum. Die musikalische Förderung der Kinder und Jugendlichen könne man gar nicht hoch genug bewerten, betonte Strangmann. Sie koste zwar Geld, aber man bekomme dafür auch viel zurück. „Wenn Sie das Jugendorchester in der beachtlichen Größe sehen und hören, dann wissen Sie, dass die Mittel gut angelegt sind“, dankte Strangmann der Kommune für die finanzielle Unterstützung. Dies tat auch Werner Simon seitens der Musikvereinigung. „Das Konzept der Bläserklassen als Grundlage des Jugendblasorchesters ist erfolgreich aufgegangen“, bemerkte Simon. Neben den Lehrern der Musikschule und dem Zusammenspiel im Ensemble sei die gute Entwicklung vor allem auch Renate Untucht-Grau zu verdanken.

Dass das Orchester phänomenal klingt und swingt ist letztlich der Verdienst seines Leiters Csaba Asboth. Zunächst ging es mit den „glorreichen Sieben“ in den Wilden Westen, bevor man dann mit vier bretonischen Tänzen im Westen Europas ankam. Bei der Melodie zum Anti-Kriegsfilm „Verbotene Spiele“, sorgte die preisgekrönte Gitarrensolistin Rhea Juli für die melancholische Tonart. Es folgten Melodien aus bekannten Filmen, die auch musikalisch für viel „Action“ sorgten. Bevor bei Disco lives die Post abging und die Füße der Zuhörer im heißen Rhythmus mit wippten. Nicht fehlen durfte das legendäre „Born to be wild“ von Steppenwolf als eine der erklatschten Zugaben. fer