Edingen-Neckarhausen

Edingen Bilanz der Initiative beim Sommerfest unter Bäumen / Anne Krug verabschiedet

Mittelgewann im Blick

Archivartikel

„Die Leute, die hierherkommen, sind durch eine gemeinsame Geschichte miteinander verbunden, der zumindest vorläufige Erhalt des Mittelgewanns hat uns zusammengeschweißt.“ Diese Feststellung traf Enzo Ermarth beim Sommerfest der Bürgerinitiative (BI) Mittelgewann in Edingen. Gefeiert wurde im gepachteten Garten der Familie Lauble, einem kleinen, versteckt gelegenen Paradies von denen es im Mittelgewann noch einige gibt.

Das Sommerfest war auch ein kleines Abschiedsfest für Anne Krug, neben Enzo Ermarth und Stefan Brendel die dritte im Sprecher-Team. Sie wechselt ihren Wohnsitz und zieht von Edingen nach Kiel. „Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, hier sesshaft zu werden und Wurzeln zu schlagen, aber mein Mann erhielt in Norddeutschland ein tolles Stellenangebot, so dass die ganze Familie dorthin umzieht“, bemerkte die BI-Aktive und fügte an: „Unser gemeinsames Engagement war für mich eine wertvolle Erfahrung, ich habe viel gelernt.“ Was das Mittelgewann betreffe, sei sie froh, dass es erst einmal gerettet wurde.

Im Schatten alter Obstbäume standen Tischen Bänke bereit, die zum gemütlichen Verweilen einluden. Das urige Grün machte die Hitze trotz schweißtreibender Temperaturen erträglich. „Hier bin ich Mensch, ich darf ich’s sein“, scherzte ein Hitzegeplagter.

„Bank hat neuen Platz gefunden“

Dass Insektenhotel, Messingschild sowie die Bank entwendet wurde, die man seitens der Bürgerinitiative im vergangenen Jahr installiert hatte, wurde allgemein bedauert. „Die Bank ist ja wieder aufgetaucht und hat nun anderswo einen neuen Platz gefunden. Etliche haben unser Ensemble wohl als Provokation empfunden, aber das war keineswegs so gemeint, wir wollten niemand provozieren“, betonte Ermarth. Das gelte auch für die von der BI aufgehängten Nistkästen, denen man nach den Baumfäll-Aktionen hinterhergerannt sei. Die Bäume dienten Tieren als wichtiger Unterschlupf, viele der Hochstämme seien ihrer Auffassung grundlos gefällt worden, merkte Belinda Jannusch-Ermarth zu dem Thema an. Sie wünsche sich, dass bei solchen Aktionen auf ökologisch wertvollen Flächen künftig die Umweltbeauftragte der Gemeinde verstärkt einbezogen werde.

Jannusch-Ermarth durchstreift das Mittelgewann gerne auf der Suche nach Kräutern, die hier in vielfältiger Form anzutreffen seien. „Ich verarbeite sie dann zu Ölen, darunter ein ’Wunderöl’ bei Insektenstichen“, formuliert sie scherzend. Mehr Vielfalt wünscht sich die BI auch im Gemeinderat, um wechselnde Mehrheiten zu ermöglichen. „Wir wollen vor den Kommunalwahl in 2019 noch einmal richtig aktiv werden“, kündigte Enzo Ermarth schon einmal an: „Wir stehen in den Startlöchern, die Vorbereitungen laufen.“

Info: Infos im Internet: www.mittelgewann.de