Edingen-Neckarhausen

Edingen Europäischer Konzertabend begeistert

Musikalisches Bonbon

Archivartikel

Die Bruder-Klaus-Kirche war vollbesetzt, und das nicht ohne Grund. Die Zuhörer wollten ein Programm europäischer Komponisten verschiedener Epochen erleben, vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik, aber auch traditionelle keltische Klänge.

Die vier Künstler, Anabelle Hund (Sopran), Christophe Martin (Bombarde und Uillean Pipe), Rüdiger Kurz (Trompete) und Christine Rahn (Orgel), interpretierten das interessant zusammengestellte Programm auf hohem Niveau. Rüdiger Kurz eröffnete zusammen mit Christine Rahn den Abend mit einer Toccata für Piccolo-Trompete und Orgel von Giovanni Battista Martini. Der Trompeter aus Neckarhausen spielt seit 15 Jahren beim Nationaltheater Mannheim, Christine Rahn ist versierte Kammermusikerin und Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe.

Es folgten von Georg Friedrich Händel „Eternal Source“ mit der glasklaren Sopranstimme von Anabelle Hund, begleitet von Rüdiger Kurz und Christine Rahn und „I know that my redeemer liveth“ aus Händels „Messias“ für Sopran und Orgel. Die deutsch-französische Sopranistin, ebenfalls aus Neckarhausen und der Partnerschaft sehr verbunden, ist seit 2015 als Solistin und Stimmbildnerin am Speyerer Dom tätig. Anschließend erklang die Uillean Pipe von Christophe Martin aus Plouguerneau mit tradtionellen Stücken aus Schottland und Irland. Der bretonische Musiker leitet seit vielen Jahren die Musikgruppe Ed-Du, die ebenfalls bei der Festwoche zu hören war. Später ertönte, wiederum von Christophe Martin gespielt, die Bombarde mit bretonischen Melodien, die die Zuhörer zutiefst ergriffen. Anhaltender Beifall machte das deutlich.

Rüdiger Kurz brillierte nicht nur mit barocken Werken, sondern präsentierte sich auch mit Stücken aus dem 20. Jahrhundert äußerst versiert. So etwa die „Elegy“ für Flügelhorn und Orgel von Alexander Arutjunian oder Werke der französischen Komponisten Jean Hubeau und Guillaume Balay, stets sicher und feinfühlig an der Orgel begleitet von Christine Rahn. Auch die Romantik war mit Felix Mendelssohn-Bartholdy und Max Regers „Mariä Wiegenlied“ vertreten, die die Sopranistin Anabelle Hund gekonnt vortrug. So führten die Musiker das Publikum brillant durch ein facettenreiches Programm für Gesang, Trompete, Bombarde, Uillean Pipe und Orgel. Zum großen Finale ertönte das beeindruckende virtuose Koloraturstück „Jauchzet Gott in allen Landen“ von Johann Sebastian Bach mit Anabelle Hund, Rüdiger Kurz und Christine Rahn. Die Zuhörer sparten nicht mit begeisterndem Applaus für dieses musikalische Bonbon. red