Edingen-Neckarhausen

Edingen Matthias Hartmann gewährt in St. Bruder Klaus Einblick

Nach Generalsanierung klingt die alte Orgel wieder

Die Orgel ist das größte und von ihrer Erscheinung her das prächtigste Instrument, das wir kennen. Die "Königin der Instrumente" hat die Menschen schon von alters her fasziniert. Wenn in einer Kirche feierliche Klänge mit Macht und Kraft intoniert werden, dann schwingt da schon ein Stück Himmel mit. Das gilt nach ihrer Renovierung auch für die Orgel in der katholischen St. Bruder Klaus-Kirche. Davon konnten sich die Teilnehmer einer Orgelführung überzeugen.

Die Führung fand im Rahmen der Mannheimer Orgeltage statt. Organist Matthias Hartmann gewährte rund 20 Interessierten einen klangvollen Einblick in die faszinierende Welt der Orgel. Die ersten Orgeln stammten aus dem orientalischen Raum. In früherer Zeit hätten die Instrumente noch besonders große Tasten gehabt, worauf kräftige Melodien "geschlagen" worden seien.

"So in etwa muss es vor rund 2000 Jahren mit dem Orgelbau losgegangen sein", sagte Hartmann mit Blick auf die Historie. Ab dem 9. Jahrhundert nach Christi Geburt zog die Orgel allmählich in Deutschlands Gotteshäusern ein. Auf gut 50 Jahre bringt es die Orgel in St. Bruder Klaus, die von der Firma Mönch aus Überlingen konzipiert wurde. "Ein bemerkenswertes Instrument, auf dem man Musik aller Epochen spielen kann, von der Renaissance über Barock bis hin zur Neuzeit", sagte Hartmann und gab verschiedene Klangbeispiele.

Jede Pfeifenreihe klinge anders. Die 34 Register beinhalteten gleichsam 34 Instrumente in den verschiedenen Klangfarben. Insbesondere Blasinstrumente könne man sehr nahe am Original nachahmen, etwa Schalmaie, Trompete, Oboe und Posaune. "Vor der Renovierung hat insbesondere die Posaune 'gequäkt'. Jetzt klingt alles voll, rund und schön", ist der Organist mit der Runderneuerung zufrieden.

Eine gute Sache seien auch die hinzugekommenen Spielhilfen, dank derer er Klänge speichern und auf Knopfdruck abrufen könne. Mit rund 110 000 Euro bezifferte Wolfgang Hanisch vom Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit die Kosten der Renovierung. Die Arbeiten hatte die Firma Popp aus Walldürn übernommen. Ein Teil der Register-Schalter sei abgebrochen gewesen. Außerdem seien die "brandgefährlichen" Register-Motoren ausgetauscht, die gesamte Elektrik erneuert und ein zusätzlicher Blasebalg eingebaut worden, informierte er über die behoben Schäden.

"Eine Orgel instandzuhalten, ist nicht ganz billig", erklärte Hanisch. Jährlich muss sie gewartet und entstaubt, die Zungenregister müssen neu gestimmt werden. "Alle vier Jahre ist zudem eine umfangreichere Wartung und nach etwa 25 Jahre eine Sanierung fällig", listete Hanisch auf. Das Geld sei gut angelegt, ein echtes Klangerlebnis, kommentierte Waltraud Hien die neugewonnene Tonart der Orgel. Und von Ehemann Werner gab es ein begeistertes "Bravo" aus dem Kirchenschiff, nachdem Matthias Hartmann auf der Empore die raumfüllende Toccata von Bach und damit das wohl bekannteste Orgelwerk angestimmt hatte. "Es war interessant zu sehen, wie eine Orgel funktioniert, und welche Möglichkeiten das Instrument bietet", stellte Roswitha Legat nach der Führung fest.