Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Neuer Erlass des Landes könnte Tempolimit in der Neckarhauser Straße doch noch ermöglichen

Neu-Edingen darf wieder auf Verkehrsberuhigung hoffen

In weiten Teilen der Ortsdurchfahrten von Edingen und Neckarhausen gilt inzwischen Tempo 30, in Neu-Edingen hingegen nicht. Hier dürfen die Autos mit 50 durch die Neckarhauser Straße fahren. Oft sind sie sogar noch schneller, wie Johann van der Does aus leidvoller Erfahrung weiß.

Er wohnt mit seiner Familie an der stark befahrenen Straße und hat Angst um seine beiden kleinen Kinder. Denn eine Möglichkeit, die Fahrbahn sicher zu überqueren, gebe es auf der gesamten Strecke zwischen dem Einkaufszentrum und Friedrichsfeld nicht, klagt er. Auch das Ein- und Aussteigen beim Parken gestalte sich schwierig, zumal es nur auf der anderen Seite der Straße erlaubt sei. „Wir haben deshalb unseren Vorgarten zu einem Parkplatz umgestaltet“, berichtet der Anwohner.

Mit seinem Anliegen hat sich van der Does in der Vergangenheit mehrfach an die Gemeinde und den Rhein-Neckar-Kreis gewandt. Mit der Antwort aus dem Rathaus war er allerdings nicht ganz zufrieden. Immerhin hat die Verwaltung inzwischen ein Messgerät aufgestellt, um das Tempo der vorbeifahrenden Autos zu ermitteln. Der Standort sei jedoch schlecht gewählt, weil just an der Einmündung der Danziger Straße gar nicht so schnell gefahren werden könne.

Die Messtafel geht nach Angaben von Bürgeramtsleiter Frank Kucs auf eine Verkehrsschau zurück. „Dabei ging es unter anderem um die Fahrradwegesituation und eine mögliche Querungshilfe“, erklärt er. Die Verkehrskommission habe vor Ort festgestellt, dass hier lediglich eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus Gründen der Sicherheit in Frage komme. „Die polizeiliche Unfallauswertung ist hinsichtlich geschwindigkeitsbedingter Unfälle dort unauffällig“, ergänzt er. Mit anderen Worten: Bei der Polizei ist nichts von Unfällen bekannt, die auf zu schnelles Fahren zurückzuführen sind. Die Messungen sollen nach Angaben von Kucs an mehreren Stellen erfolgen, die genannte Tafel hänge dort erst seit Kurzem.

Erster Anlauf gescheitert

Zum Schutz vor Lärm und Abgasen war im Gemeinderat 2015 ein Antrag auf Verabschiedung eines Lärmaktionsplans (LAP) gestellt worden. Die Fraktionen hatten sich darauf verständigt, im Rahmen dieses Planes neben den Ortsdurchfahrten in Edingen und Neckarhausen auch in Neu-Edingen in der Neckarhauser Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 zu erreichen. Im Sommer 2016 seien die notwendigen Lärmberechnungen vorgelegt worden. Diese hätten für Neu-Edingen keine Geschwindigkeitsreduzierungen zugelassen, teilt Kucs weiter mit.

Doch offenbar gibt es neuen Grund zur Hoffnung. Aufgrund eines Urteil des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) vom 17. Juli 2018 und eines daraufhin ergangenen Erlasses des Verkehrsministeriums von Ende Oktober eröffneten sich nun neue Möglichkeiten. „Danach haben die Gemeinden einen wesentlich größeren Entscheidungsspielraum, was verkehrsrechtliche Maßnahmen angeht“, erklärt Kucs.

Und diesen Spielraum will die Gemeinde offenbar auch nutzen. Die Gemeindeverwaltung befinde sich in engem Kontakt mit der Straßenverkehrsbehörde, die die im Lärmaktionsplan formulierten verkehrsrechtlichen Maßnahmen anordne, betont Amtsleiter Kucs und ergänzt: „Noch in diesem Monat findet ein Abstimmungsgespräch mit dem Büro statt, welches bei der Erstellung des Plans mitwirkte, um das weitere Verfahren und die neuen Möglichkeiten (auch in der Neckarhauser Straße) zu erörtern.“