Edingen-Neckarhausen

Edingen Axel Schoder und Reinhold Ding übergeben Gemälde ortsansässiger Maler an Förderverein

Neue Bilder für das Schlössel

Archivartikel

„So eine große Truppe waren wir schon lange nicht mehr“, freute sich der Vorsitzende des Fördervereins Edinger Schlösschen, Hans Stahl, über den Zuspruch beim Schlössel-Treff. Die Zusammenkunft, die einmal im Monat stattfindet, wurde dieses Mal auch zu einer Bilderübergabe genutzt. Axel Schoder und Reinhold Ding übergaben dem Schlössel-Verein Bilder ortsansässiger Maler als Dauer-Leihgabe beziehungsweise als Geschenk. Das Schlössel als eines der ältesten Gebäude am Ort ist nicht nur ein bauliches Kulturgut, es beherbergt auch eine interessante Bildersammlung mit Künstlern oder Darstellungen aus der Gemeinde, die jetzt um vier weitere Werke erweitert wurde.

„Am besten erzählt ihr uns ein bisschen was über die Herkunft und die Maler der Gemälde“, bat Stahl. Er habe das Bild auf einem Flohmarkt erworben, berichtete Axel Schoder. Es handle sich dabei vermutlich um das Totenbildnis der Mutter von Michael Koch (1863-1927). „Das Bildnis hat etwas Mysteriöses und ist künstlerisch wertvoll, aber es passt mit seiner Darstellung halt nicht unbedingt in die Wohnung“, gestand Schoder und fügte schmunzelnd an: „Für unsere Enkel war es mehr ein Schrecknis, und so wanderte es von Zimmer zu Zimmer.“

Die Pastellmalerei in einem achteckigen Rahmen hatte der Kunstfreund in die Hände einer Restauratorin übergeben, die sich ihrer annahm. Der in Edingen geborene Maler Koch studierte an der Akademie in Karlsruhe und wurde durch seine Porträts, Landschaftsbilder und Stillleben weit über die Ortgrenzen hinaus bekannt.

Zwei Bilder, die aus dem Fundus seiner Großeltern stammten, übergab Reinhold Ding. Bei dem einen handelte es sich um eine Flusslandschaft, die mit J. Jung signiert ist. „Ich weiß von einem Edinger namens Jung, der Gedichte geschrieben hat, ein anderer hat gemalt. Wie versuchen, mehr herauszubringen, es bleibt spannend“, ließ Schlössel-Vorstandsmitglied Dietrich Herold wissen.

Kunstwerk in Ladenburg entdeckt

Einer, den zumindest bei den alteingesessenen Edingern jeder kennt, ist Karl Jann, der Maler des zweiten Bildes aus dem Ding’schen Fundus. Der verstorbene Fährmann, Fischer und Künstler zählte als ortsbekannter „Janne Karl“ zu den Edinger Originalen. Das Gemälde zeigt eine Auenlandschaft, die zu den favorisierten Darstellungen des Künstlers zählte. Das vierte Bild steuerte Otto Urich bei. Er entdeckte das mit W. Griesheimer signierte Werk in Ladenburg. Zu sehen ist das sich im Neckar spiegelnde Neckarhäuser Schloss in einem aus früheren Zeiten stammenden Erscheinungsbild.

Nach der Kunst ging man thematisch zur „Dauerbaustelle“ im großen Saal auf der Beletage über. „Mitunter kommt es einem so vor, als würden mehr Rückschritte als Fortschritte gemacht“, gestand Hans Stahl. Die Arbeiten seien ebenso langwierig wie aufwendig. Er rechne aber damit, dass die Decke mit den Stuck-Ornamenten bis Oktober fertig ist.

Beim historischen Fußboden sei man schon weiter. Die Türen des Saals würden passend zum räumlichen Ensemble nachgearbeitet, und nach Möglichkeit soll im Zuge der Saalsanierung auch das Treppenhaus einen neuen Anstrich erhalten. Auf Kosten des Fördervereins will man die repräsentative Tür im Eingangsbereich des Gebäudes optisch und handwerklich neu „aufpolieren“ lassen. fer