Edingen-Neckarhausen

Edingen-Neckarhausen Neckargruppe beschließt Millioneninvestition / Verwirklichung frühestens Anfang 2020

Notleitung nach Mannheim wird gebaut

Archivartikel

Der Wasserversorgungsverband Neckargruppe baut eine Notleitung zwischen Edingen-Neckarhausen und Mannheim. Das hat die Verbandsversammlung am Mittwoch Nachmittag in Edingen wie erwartet einstimmig beschlossen. Mit der rund eine Million Euro teuren Anbindung soll sichergestellt werden, dass die Einwohner von Edingen- Neckarhausen auch dann mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt wird, wenn das eigene Wasser die geforderten Werte nicht einhält. Der Bau durch die Mannheimer MVV kann wegen einer längeren Vorlaufzeit frühestens Anfang 2020 erfolgen, möglicherweise auch erst im Herbst.

„Wir wollen ein zweites Standbein aufbauen“, sagte Bürgermeister Simon Michler zur Erläuterung. Daniel Jung von der MVV erläuterte noch einmal Details. Danach ist eine Druckerhöhungsanlage erforderlich, um das Wasser von Mannheim aus in das Netz der Nachbargemeinde einspeisen zu können. Derzeit gehe es nur um eine Lieferung im Notfall, es sei allerdings auch jederzeit eine Vollversorgung möglich. „Eine kleine Wassermenge läuft immer, um die Leitung zu spülen“, erläuterte Jung weiter. Dies diene unter anderem dazu, eine Verkeimung der Rohre auszuschließen. 20 000 Kubikmeter Wasser pro Jahr werden deshalb auf jeden Fall geliefert. Die Betriebsführung übernimmt die MVV.

Für die Anbindung an das Mannheimer Wassernetz liegt ein Angeboot der MVV Netze GmbH vom Oktober 2017 über rund 740 000 Euro vor. Damals war wegen der Belastung des Trinkwassers mit der Chemikalie TFA eine Vollversorgung im Gespräch. Nachdem die Werte wieder sinken, will die Neckargruppe weiter ihr eigenes Wasser fördern und nur im Notfall auf das aus Mannheim zurückgreifen. Deshalb und wegen der Preissteigerung seit 2017 muss jetzt zunächst ein neues Angebot erstellt werden.

Nach wie vor offen ist die Frage, ob die Neckargruppe Fördermittel des Landes für das Vorhaben enthält. Ein entsprechender Antrag von 2017 ruht derzeit. Zwar gibt es nach Angaben der Verwaltung weiterhin ein Förderprogramm des Landes für derartige „strukturverbessernde Maßnahmen“. Wie hoch die Mittel in diesem Topf sind, und ob Edingen-Neckarhausen davon profitieren kann, wird erst im Februar 2020 vom Land festgelegt, wie es in der Vorlage zur Erläuterung heißt.

Mit ihrem Beschluss hat die Verbandsversammlung gleichwohl die Voraussetzungen für die Investition geschaffen. Um sie finanzieren zu können, hat sie zudem grünes Licht für die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von einer Million Euro gegeben. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt das Geld für 0,22 Prozent Zins zur Verfügung, bei einer Zinsbindung von zehn Jahren. „Ein interessantes Angebot, dazu kann man nicht Nein sagen“, betonte Verbandsvorsitzender Michler.

Ebenfalls eine Laufzeit von 30 Jahren hat das Wasserrecht, das der Verband jetzt beantragen will. Danach könnten auch in Zukunft jährlich bis zu 2,5 Millionen Kubikmeter gefördert werden. „Wir wollen auf Vollbetrieb laufen“, erklärte Michler und plädierte für die maximal mögliche Fördermenge. Davon gehe auch eine Signalwirkung aus. Will heißen: Die Neckargruppe plant die Versorgung ihrer Mitglieder langfristig. Neben der Gemeinde Edingen-Neckarhausen zählen dazu auch die Stadtwerke Heidelberg und die MVV Mannheim. Beide beziehen derzeit allerdings kein Trinkwasser von dem Verband.

Info: Mehr zum Thema Wasser: www.morgenweb.de/edingen

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